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Leserbrief zur Windkraft in Blieskastel

Leserbrief zur Windkraft in Blieskastel : Frei von Profit und Größenwahn

Windkraft in Blieskastel

 Was ich in den letzten Wochen gelernt habe zu dem Thema Windkraft in Blieskastel, das dank Michèle Hartmann öffentlich präsent wurde, ist: Es muss meiner Meinung nach Refugien geben, wo Mensch und Tier frei sind von Maschinen, Schatten, Geräuschen, optischen Störungen – sowieso im und am Wald, (bester CO2-Killer per se). Dazu hat unser Bliesgau noch die Chance. Aus den SZ-Artikeln der letzten Wochen entnehme ich, dass der BUND Saarland mit dem Vorsitzenden, Hr. Hassel, der Biosphärenzweckverband mit dem Klimaschutzmanager, Hr. Krämer, die Bürger Energie Genossenschaft Bliesgau eG mit den Vorstandsmitgliedern, Hr. Götz, (Ex-BUND Saarland Vorsitzender) und Hr. Walle, sowie die Rot-Grüne Mehrheit in Blieskastel mit dem präferierten Partner VSE, sich auffallend einig sind, die Windenergieanlagen (WEA) ausdrücklich auch im Biosphärenreservat zu bauen. Diese Logik teile ich nicht. Nicht alles, was theoretisch möglich ist, muss man auch machen.

Als Naturbeobachter und Naturfreund wünsche ich mir letzte Rückzugsorte für Geist und Psyche und für die Tierwelt, die (weitestgehend) frei sind von menschlichem Größenwahn und Profitstreben. Man meint, mit technologischen Tricks, die Laufzeiten der WEA passend für die Natur bzw. der Gutachtenbewertung zu machen; traurig, da kann der Mensch nur scheitern. Die nun dank SZ und der CDU Blieskastel veröffentlichten Pläne und Potenzialflächen nutzen die gesetzlichen Mindestabstände zu potenziellen WEA Standorten max. aus. Obwohl es genügend empirische Hinweise (Infraschall, Schlagschatten, Betriebsgeräusche) mittlerweile gibt, so dass die Abstände viel größer sein müssten. Stichwort: zehnfache Nabenhöhe.

Mein Eindruck bisher: Alternativen zu WEA wurden bislang widerwillig bzw. erst nach bohrendem Nachfragen präsentiert oder mit „Politikersprech“ gekontert. WEA scheinen ausgemachte Sache, belegt mit der Binse „Klimaschutz ist Artenschutz“. Fraglich scheint nur noch, wie viele WEA es werden. Es gibt in Deutschland genügend freie Flächen für WEA, inklusive ausreichend Abstand zu Orten, andere Bereiche für Wasserkraft, Biomassenverwertung, lokale Kleinlösungen, etc. und solche, wo Photovoltaik (PV) passt, dazu zähle ich explizit den Bliesgau. PV primär auf bereits versiegelten Flächen (Dächer, Parkplätze, öffentl. Gebäude) inkl. Gesetzesänderungen, um die PV-Nutzung zu vereinfachen, siehe Niederlande. Ja, auch wenn die Anbindung ans Netz im Urbanen teurer ist als auf unbebautem Gebiet. Was in Blieskastel gerade passiert, empfinde ich als „WEA nach dem Gießkannenprinzip, unter dem Narrativ des hehren Klimaschutzes, zu verteilen“ damit Investoren, indirekt Beteiligte und ggf. Grundstückseigner (Stadt Blieskastel inklusive) möglichst noch was vom Wind- und Förderkuchen abbekommen.