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Leserbrief zur Windkraft in Blieskastel

Leserbrief zur Windkraft in Blieskastel : Das ist Stimmungsmache Windkraft in Blieskastel

Windkraft in Blieskastel

In dem Kommentar vom 14. Dezember mit der Überschrift „Ein echter Skandal“ meint ihre Autorin Michèle Hartmann, dass „durch die vorschnelle Installation von Windkraft-Anlagen in Blieskastel die Biosphärenregion dauerhaften Schaden nehmen könnte“. Was veranlasste die Autorin zu dieser Annahme? Sie leitet ihre Befürchtung von einem Tagesordnungspunkt für die Sitzung des Stadtrates am 17. Dezember ab. Dort steht der Punkt „Neuaufstellung eines Flächennutzungsplans Windenergie“. Mit diesem Verfahren soll geprüft werden, ob im Stadtgebiet zusätzliche Flächen ausgewiesen werden können, auf denen Windräder errichtet werden könnten. Ein solches Planungsverfahren ist rechtlich geregelt und läuft vom Aufstellungsbeschluss bis zur Genehmigung durch das Ministerium in mehreren Stufen ab. In jeder Stufe sind nach Offenlegung der Ergebnisse eine Bürgerbeteiligung und Beschlüsse der kommunalen Gremien vorgeschrieben. Alle Beschlüsse können gerichtlich überprüft werden. Ein solches Verfahren dauert bis zur Rechtskraft erfahrungsgemäß bis zu zwei Jahre. Erst dann kann mit dem Bau einer Windkraft-Anlage auf einer ausgewiesenen Fläche begonnen werden.

Eine „vorschnelle Installation“ ist also ausgeschlossen.

Das Theme Windkraft in Blieskastel beschäftigt unsere Leser immer noch sehr. Foto: dpa/Patrick Pleul

Um diese Fakten kümmert sich die Kommentatorin aber nicht. Sie fabuliert unbekümmert von Landschaften in der Biosphäre, die unwiederbringlich zerstört würden, von gewaltigen Rodungen mit unglaublichen Schäden für unsere Wälder, verursacht von über 20 neuen Windrädern. Nachdem ein solches Horrorszenarium aufgebaut ist, kann man trefflich dagegen polemisieren. „Im südlichen Teil der Barockstadt wird, wenn die Landschaft unwiederbringlich zerstört ist, sehr viel mehr Strom produziert, als in Blieskasteler Haushalten benötigt.“ Dabei wird auch nicht von Verunglimpfungen von Entscheidungsträgern in Rat und Verwaltung halt gemacht .Eine Kostprobe: Entscheidungen würden unter Ausschluss der Öffentlichkeit „durchgepeitscht“, „auf Gedeih und Verderben durchgezogen“ und „die schönste Ecke des Saarlandes verraten und verkauft“. Meine Meinung zu diesem Kommentar: Von einer seriösen Presse erwarte ich als Grundlage für einen Kommentar eine Recherche der Fakten, Stimmungsmache erleben wir täglich im Überfluss schon in den sozialen Medien.