Laub bettet zur letzten Ruhe

Seit Juli 2014, seitdem die erste kommunal betriebene waldbezogene letzte Ruhestätte im Saarland in Blickweiler existiert, gab es hier 26 Beisetzungen. 20 werden es wohl im jährlichen Durchschnitt sein.

Die Waldruhestätte in Blickweiler, die im Juli 2014 eingeweiht wurde, wird gut angenommen. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage erklärte, fanden im zweiten Halbjahr 2014 elf Beisetzungen statt. Seit der Eröffnung bis zum Stichtag 31. Oktober 2015 wurden insgesamt 26 Beisetzungen verzeichnet. "Man kann davon ausgehen, dass sich die Beisetzungszahl pro Jahr bei rund 20 Beisetzungen einpendeln wird. Im Durchschnitt verstirbt jährlich ein Prozent der Einwohner", heißt es aus dem Blieskasteler Rathaus. Rund 228 Todesfälle gebe es jährlich in der Barockstadt. "Von diesen 228 Personen werden auf Grund der vielfältigen Bestattungsangebote wie beispielsweise Kolumbarium und Seebestattung noch 94 Prozent in Blieskastel beigesetzt. Von diesen 94 Prozent finden rund acht Prozent ihre letzte Ruhe in der Waldruhestätte. Der Rest verteilt sich auf die einzelnen Stadtteilfriedhöfe", teilt Stadt-Pressesprecher Jens Welsch mit.

Die erste kommunal betriebene waldbezogene letzte Ruhestätte im Saarland war im im Juli vergangenen Jahres im Blieskasteler Stadtteil Blickweiler eingeweiht worden. Auch der damalige saarländische Sozialminister Andreas Storm war zur Feier gekommen, der betonte, dass bei dieser Art der Bestattung keine Grabpflege nötig sei und trotzdem eine würdige Form angeboten werde. Hier werde die Würde des Menschen in Einklang mit der Natur geachtet. Zuvor hatte Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener darauf hingewiesen, dass nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels Urnenbestattungen immer stärker nachgefragt seien, es also der Wunsch der Bevölkerung gewesen sei, dass auch eine Waldruhestätte angeboten werde. In Blickweiler habe man einen Ort gefunden, der lediglich 300 Meter vom örtlichen Friedhof entfernt sei und eine große Ruhe ausstrahle. Blieskastels erster Beigeordneter Georg Josef Wilhelm, von Beruf leitender Forstdirektor und somit mit dem Thema Wald bestens vertraut, hatte betont, dass man mit der neuen Bestattungsform in Blieskastel an die Natur anknüpfe und bewusst "kein kommerzielles Modell gewählt hat". Diese Waldruhestätte sei im Gegensatz zu einer baumbezogenen Bestattung wie beim Friedwald-Konzept "an den Wald angeknüpft".

Der Stadtrat Blieskastel hatte im Dezember 2010 den Beschluss gefasst, als weitere Bestattungsform im Stadtgebiet eine Waldruhestätte einzurichten. Ausgewählt wurde ein 6920 Quadratmeter großes Waldareal. Im Eingangsbereich der Waldruhestätte können Gedenksteine errichtet werden, an denen auf Wunsch Metalltäfelchen mit Namen, Geburts- und Sterbejahr angebracht werden.