„Laabsammler“ waren unterwegs

Das Laabrecht war einst ein Bürgerrecht. In Mimbach lebt es nun wieder auf. Die Laabscherrer waren erstmals wieder unterwegs, um im Grünbachtal „Laab“ zu sammeln und Neubürger können die Laabrechts-Urkunde erhalten.

Viele Autofahrer wunderten sich über die ,,Gestalten'', die kürzlich entlang der Breitfurter Straße zu Fuß Richtung Grünbachtal zogen. Mit einem Handwagen voller Proviant und mit Rechen und Fächerbesen bestückt, waren die Mimbacher Laabscherrer zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder unterwegs, um im nahe gelegenen Grünbachtal "Laab" zu sammeln. Aus Anlass des letztjährigen Neujahrsempfangs war mehreren Mimbacher Bürgern, die nicht im Ort geboren wurden, das Laabrecht in Form einer Urkunde verliehen worden. In frühester Zeit war die Zugehörigkeit zu einer Dorfgemeinschaft durch die Niederlassung im Dorfbereich begründet. Viele Dörfer hatten sogar eine eigene Gesetzgebung, das Dorfrecht. Nicht jeder im Ort hatte daher das Laabrecht. Neue Einwohner mussten schon einige Jahre dort leben, bevor es ihnen verliehen wurde. Wichtigstes Indiz war das Recht, im Wald Laub ("Laab") zu sammeln, weil man in früheren Zeiten wenig Stroh hatte, um es im Stall unter das Vieh zu streuen. Das Laabrecht war auch ein Bürgerrecht, welches mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weitere Rechte beinhaltete.

Wie Ortsvorsteher Gerd Weinland weiter mitteilt, waren die Zugezogenen jetzt dazu aufgerufen, ihre Fähigkeiten im Grünbachtal überprüfen zu lassen. Die "alten" Neubürger verrichteten ihre Arbeit äußerst geschickt. Walter Leiner, ursprünglich aus Breitfurt stammend, hatte eigenhändig einen Holzrechen angefertigt, auf dem in großen Buchstaben geschrieben stand: Laabfescht 2014. Er übergab diesen Rechen nach getaner Arbeit an den Ortsrat Mimbach , um in Zukunft den Sitzungssaal des Ortsrates damit zu schmücken. Nach Beendigung ihrer Vorführungen war das Exbrünnchen von allem Laub befreit.

Anekdoten über das Laabtuch

Während einer gemeinsamen Stärkung erzählte Ortsvorsteher Gerd Weinland kleine Anekdoten über das Laabfescht von früher, die von Christoph Schwarz für sein Mimbacher Ortsbuch zusammengetragen wurden. Anschließend traten die Neubürger und die Alteingesessenen, die sich von den Fähigkeiten der neuen Laabscherrer ein Bild machen wollten, den Heimweg an. Gemeinsam wurde in einem großen Laabtuch das gesammelte Laub nach Hause getragen. Dieses gemeinsame Tragen sollte die Einbindung in die Dorfgemeinschaft symbolisieren, die faktisch schon längst vollzogen war.

Anlässlich des Neujahrsempfangs am kommenden Sonntag, 11. Januar, ab 11 Uhr im Matthias-Claudius-Heim, wird Interessenten wieder in Form einer "Laabrechts-Urkunde" das neue Bürgerrecht verliehen.