Kombibad Kurskorrektur beruhigt die Gemüter

Blieskastel · Blieskasteler SPD begrüßt neue Tarifstruktur im Kombibad. Tritt auf die Kostenbremse ist aber unvermeidbar.

 Im Freizeitzentrum in Blieskastel soll auch das Kombibad künftig weiter bestehen bleiben.

Im Freizeitzentrum in Blieskastel soll auch das Kombibad künftig weiter bestehen bleiben.

Foto: Joachim Schickert

Die SPD in Blieskastel hat die neuen Zeittarife im Blieskasteler Kombibad begrüßt. Auf Antrag der SPD-Mitglieder im Aufsichtsrat der Freizeitzentrum GmbH seien nach zähem Ringen für Stammkunden die Mehrfachkarten auf das Niveau von 4,50 Euro gesenkt worden. Das entspricht dem Einzeltarif vor der Preiserhöhung zum 1. Juli 2017. Dies bedeute laut SPD immer noch eine Erhöhung der 20er-Karte um 15 Prozent. Ebenso sei der Preis für Familien und Vereine auf den Stand vor Preiserhöhung korrigiert worden. „Leider war die Mehrheit noch nicht bereit, den Tagestarif von 6,50 Euro, der für Freibäder der höchste im Saarland ist, zu korrigieren. Neu eingeführt wurden auch Zeittarife von zwei Stunden für Einzelpersonen und zusätzlich vier Stunden für Familien. Diese Tarife entsprechen den Tagestarifen vor der Preiserhöhung. Das Bohren von dicken Brettern mit Augenmaß und Leidenschaft hat sich gelohnt“, so Annette Weinmann, die Sprecherin der SPD im Aufsichtsrat.

„Im Ergebnis kann die große Mehrheit der Badbesucher zufrieden sein, da diese zeitabhängige Tarifgestaltung den Nutzergewohnheiten der meisten Hallenbadgäste entspricht“, so Ellen Kugel, ebenfalls SPD-Aufsichtsratsmitglied. Sehr verwunderlich sei allerdings, dass sich nun offenbar auch die Bürgermeisterin über diese Kurskorrektur freue (wir berichteten), sei sie es doch selbst gewesen, die diese massiven Preiserhöhungen vorgeschlagen habe, so der SPD-Fraktionsvorsitzende im Blieskasteler Stadtrat, Guido Freidinger, in der Stellungnahme seiner Fraktion.

Das von der Geschäftsführung und der Aufsichtsratsvorsitzenden, Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener, vorgegebene Ziel, jährlich 200 000 Euro Mehreinnahmen durch die im Juni beschlossen Preiserhöhungen zu erzielen, werde indes wohl auch mit dem neuen Tarifsystem kaum erreicht werden können. Daher bleibe die SPD bei ihrer Forderung, weitere Einsparungen über eine Verringerung der Kosten und eine Verbesserung der innerbetrieblichen Abläufe zu verwirklichen. Hierzu habe der Aufsichtsrat ein Wirtschaftlichkeitsgutachten vergeben, dessen Ergebnisse Ende des Jahres vorliegen sollen. Diese Ergebnisse sollten dann intensiv und öffentlich im Stadtrat und nicht nur hinter verschlossenen Türen im Aufsichtsrat diskutiert werden. Die SPD-Fraktion lege Wert darauf, dass die noch ausstehenden Beratungen über die Eintrittspreise im Freibad rechtzeitig vor Beschluss über den Wirtschaftsplan 2018 erfolgen.

Schon vor Wochen hatte die SPD angemahnt, dass das Blieskasteler Schwimmbad in seiner Existenz nicht gefährdet werden dürfe. Die Sozialdemokraten hatten befürchtet, dass die massive Eintrittspreiserhöhung zum 1. Juli „zu wesentlichen Einnahmeausfällen führen wird“. Der Vergleich der Eintrittspreise mit benachbarten Bädern zeige, dass insbesondere das Freibad in der Barockstadt nicht mehr konkurrenzfähig sei.