Christuskirche : Plastiken und Malerei im Gotteshaus

Nach jahreslanger Renovierung wird derzeit in der Mimbacher Christuskirche auch wieder Kunst gezeigt.

Die Protestantische Kirchengemeinde Mimbach hat am Sonntagvormittag ihre frühere Reihe „Kunst und Kirche“ wieder reaktiviert. Bei einer Vernissage in der Christuskirche knüpfte man an alte Traditionen an, immer parallel zur Sommerakademie in Blieskastel, das Gotteshaus der Kunst zur Verfügung zu stellen. „Wegen der langjährigen Renovierungs- und Rückbauarbeiten konnten wir das Ganze nicht mehr durchführen. Danach geriet es ein wenig in Vergessenheit“, blickte Organisator Rudi Hertel am Rande der Ausstellungseröffnung im Gespräch mit unserer Zeitung zurück. Er und Axel Weiland haben die Ausstellungsreihe wieder aufgegriffen.

Seit Sonntag sind zwei Wochen lang Tonplastiken und Gemälde im schlichten Kirchenraum von Mimbach zu sehen. Die Bilder stammen von Christiane Koeppler aus Saargemünd. Ihre Motive haben vorwiegend Bezug zum Bliesgau. So finden sich viele Impressionen von dörflichen Situationen etwa aus Wittersheim, Herbitzheim, Rubenheim oder Reinheim. Selbstverständlich kommen Eindrücke aus dem nahen Lothringen nicht zu kurz. Koeppler gehört einer lothringischen-saarländischen Vereinigung von Landschaftsmalern an. Mit ihr habe man bereits im Luther-Jahr Kontakt gehabt. Es sei schnell klar gewesen, als man „Kunst und Kirche“ wieder ins Leben rief, dass diese Malerin dazu gehören müsse, erzählt Hertel weiter. Die Plastiken entstammen der Arbeit der Sommerakademie Blieskastel und sind bei der Ausstellung auffällig auf Tischen in der Kirchenmitte platziert. Die beiden Fränkinnen Maria Waldhäuser und Jutta Selig haben die Plastiken über Jahre hinweg erschaffen. Auch die Akademie-Lehrerin Jutta Reucher stellt ebenfalls in Mimbach ihre Werke aus.

Christoph Jakobi spielte am Sonntag ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle: Der Organist gab bei der Eröffnungsfeier auf der restaurierten und rekonstruierten romantischen Wackerorgel 18 kleine Orgelminiaturen von Jakob Heinrich Lützel (1823-1899) zum Besten. „Das ist ein kleines Hobby von mir“, verriet Jakobi nach der Feier gegenüber unserer Zeitung. Lützel sei eigentlich Vokalkomponist gewesen. Die gespielten Werke stellen somit alle Stücke dar, die Lützel verfasste. Nach ihm wird am ersten Advent der Mimbacher Gemeindesaal des Matthias-Claudias-Heims benannt werden. Dies als Dank und Anerkennung dafür, dass er eine große Rolle beim Bau und Aufbau der Walcker-Orgel 1860 spielte. Rudi Hertel enthüllte bei der Vernissage feierlich eine Bleistiftzeichnung von Jakob Heinrich Lützel. Von ihm gibt es keine Fotografie mehr. „Das ist eine gelungen Mischung zwischen Malerei und Kunst“, lobte Pfarrerin Ines Weiland-Weiser das Konzept der Veranstaltung.

Die Ausstellung ist am kommenden Sonntag, 14. Juli, und am darauffolgenden Sonntag, 21. Juli, jeweils ab 15 Uhr sowie am morgigen Donnerstag, 11. Juli, und am Donnerstag, 18. Juli, ab 15 Uhr geöffnet. Anschrift: Kirchgasse 6 in Blieskastel-Mimbach.

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