Künstler aus Blieskastel stellten in Wolfersheim bei der WolfersART aus

Ausstellung : Eine perfekter Schauplatz für Kunst

Tausende Besucher kamen am Sonntag zur „WolfersART“ in den kleinen, heimeligen Blieskasteler Stadtteil.

Mitunter italienische Klänge begrüßten die Besucher der WolfersArt an den ersten Ständen. Das „Golddorf“ Wolfersheim zeigte sich bei der vierten Art-Veranstaltung des Blieskasteler Kulturstammtisches von seiner besten Seite. Hinterhöfe, Vorgärten, Plätze, Scheunen luden ein, beheimateten vielfältige künstlerische Angebote unter dem Motto: „Kunst & Musik in Scheunen und Gärten“. Nach Böckweiler, Brenschelbach und Alschbach war das 450-Seelen-Dorf mit seinem besonderen Ambiente ein wunderbarer Gastgeber für tausende Besucher, die am Sonntag in das Kleinod der Biosphäre Bliesgau pilgerten. Sie ließen sich vom „Montmartre-Flair“, wie es Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener bezeichnete, innerhalb einer besonderen Kulisse einfangen. Das Besondere der WolfersArt, so Schirmherr Umweltminister Reinhold Jost, seien die unglaublich tollen künstlerischen Aktivitäten und Exponate „von Menschen, die das mit großer Leidenschaft und Passion betreiben und auch den Mut aufbringen, ihre Kunstwerke anderen darzustellen“. Er freute sich auch darüber, dass Leute gefunden wurden, die sich bereit erklärt haben, ihre „gudd Stubb“ oder entsprechende Vorflächen der teilweise sehr malerischen Häuser bereitzustellen. „Ihr habt es geschafft, den ganzen Ort mitzunehmen“. Der Auftakt des Tages war eine Sonnenaufgangswanderung mit Eselswanderung, die am Hof Sonnenborgen begann und die die einheimische Künstlerin Gaby Klees mit Trommelklängen begleitete. Während des ökumenischen Gottesdienstes in der protestantischen Kirche spannte Pfarrer Gernot Weiser den Bogen von Kunst, Kultur zum Glauben. Die Vorsitzende des Kulturstammtisches, Katharina Baarß, stellte das „künstlerische Wandern“ der ART-Reihe mit den Komponenten Sehenswertes, Künstlerisches, Hörenswertes, Genießenswertes als ein gelungenes Medium dar, die Kunst zu den Menschen zu bringen. Dies sei auch die eigentliche Triebfeder der jetzt rund 120 Mitglieder zählenden Vereinigung. Bildungsstaatssekretärin Christine Streichert-Clivot würdigte deren wertvolle Arbeit als ganz besonderes Engagement, das weiter gefördert werden solle. Rund 50 Künstlerinnen und Künstler zeigten an verschiedenen Plätzen den Tag über bei tropischen Temperaturen eine breite Palette ihres kreativen Schaffens. Dazu gehören unter anderem Bilder, Keramiken, Fotografien, Skulpturen, Holzarbeiten. Mit dabei auch Birgit Heil. Sie hatte vor Jahren die Kunst für sich entdeckt und malt Menschen, wenn sie an diese denkt, setzt in den ihr eigenen hergestellten Seelenlandschaften Gefühle um. Herausgekommen sind eigenwillige Bilder, die in der Kirche zu einem eigenen Kunstwerk komponiert worden waren. Zu sehen waren Werke zu bekannten Persönlichkeiten wie beispielsweise Iris Berben, Nina Hagen, Steffi Graf, oder auch Christine Neubauer, die ihr Bild auch schon gekauft habe. Wenige Meter weiter im Vorgarten der Familie Becker-Weber hatte die Blieskasteler Künstlerin Doris Müller ausgestellt. „Ich male Zeit meines Lebens und freue mich die Gelegenheit bekommen zu haben, hier dabei zu sein. In einer „wunderbaren Atmosphäre“ zeigte sie sich auch begeistert von ihrer Gastgeberfamilie. Kosmische Bilder mit dazu gehörenden Texten, die verdeutlichen sollen, was in der Welt passiert, zeigte der „Perry-Rhodan-Fan“ Nino, alias Günter Meisberger aus Dudweiler. Carmen Geraci erläuterte die Arbeit der Tagesförderstätte der Lebenshilfe Saarpfalz: Kunst gehöre zu arbeitsbegleitenden Maßnahmen, mit denen die Betreuten auch ihre feinmotorischen Fähigkeiten aufrecht erhalten können und sollen. Neben Bildern waren in der Wolfharistraße auch Textilarbeiten, Schlüsselanhänger oder auch handgefertigte Beutel zu bewundern. Die Gersheimerin Henrike Wolf zeigte auf dem Dorfplatz, wo die einheimischen Vereine die kulinarische Versorgung vorzüglich bewältigten, ihre neuesten Acrylbilder. Frank Sauer präsentierte auf der Bühne Teile seines Kabarett-Programms. Der stellvertretende Kulturstammtisch-Vorsitzende Karl-Heinz Hillen zog seinen Hut vor dem Engagement der Wolfersheimer. Ortsvorsteher Matthias Seel unterstrich, dass man sich gerne bereit erklärt habe, die „super Idee“ zu unterstützen. Dazu gehörte auch das „Frische Eck“ von Ki Matrix. Im geschmackvoll ausstaffierten Hinterhof unterhielt der Völklinger Künstler Ricardo Angel-Peters mit Klarinette, Saxophon und Gesang. Im Dorfgemeinschaftshaus spazierte Ludwig Weber mit Interessierten durch die Ausstellung des Arbeitskreises Dorfgeschichte.

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