Kreis will Chancen nutzen

Tourismus für ländliche Regionen war jetzt das Thema einer Fachveranstaltung in Blieskastel. Welche Chancen die Barockstadt diesbezüglich hat, erörterten verschiedene Fachleute in zwei Workshops.

Rund 50 Vertreter von Tourismusverbänden, Biosphärenzweckverband und kommunalen Tourismusorganisationen aus dem Saarland waren jetzt in Blieskastel zu Gast, um sich mit dem Thema Tourismus für ländliche Regionen zu beschäftigen. Die Nachfrage nach Urlaub und Aktivitäten in der Natur steigt, regionale Kultur und kulinarische Köstlichkeiten sind gefragt. Das Saarland setzt verstärkt auf die Natur. Angebote wie Radfahren, Wandern, verbunden mit Kulinarik, Wellness und Naturerlebnisse will die Tourismuszentrale Saarland (TZS) nutzen, um Gäste ins Land zu locken. Sie sollen "entspannt genießen", wie das Motto von TZS-Geschäftsführerin Birgit Grauvogel denn auch kurz und bündig lautet.

Wie die Chancen genutzt werden können, darüber machen sich saarländische Tourismus-Experten seit Jahren viele Gedanken. Es gibt zahlreiche Aktivitäten und umgesetzte Projekte. Ein Bundesprojekt über die "Tourismusperspektiven in ländlichen Räumen" bietet nun einen zusätzlichen Fundus an Impulsen und Ideen. Tourismuszentrale und Saarpfalz-Touristik hatten die Fachleute zur Vorstellung des Projektes eingeladen, der Deutsche Reiseverband (DRV) zusammen mit der Agentur Projekt M aus Berlin präsentierten das Konzept des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in den Tourismusregionen Deutschlands. Diese berichten dabei über das geförderte Projekt und erarbeiteten mit den Teilnehmern konkrete Ideen für die jeweilige Region. Blieskastel und das Saarland waren letzte Station der Projektstaffel 2014, die von Oktober 2014 bis Ende Januar 2015 bundesweit in zehn Regionen stattgefunden hat. Seit 2011 seien von der Nordseeküste bis zu den Alpen quer durch ganz Deutschland 450 Tourismusregionen begutachtet worden, so Walter Krombach vom DRV.

Projektträger und Organisatoren präsentieren auf den halbtägigen Veranstaltungen den Tourismusakteuren in ländlichen Regionen zunächst die von ihnen erarbeiteten Handlungsempfehlungen. Daneben stellen Workshops regionale Konzepte der Tourismusentwicklung zur Diskussion.

Dass in Blieskastel das Biosphärenreservat Bliesgau und die saarländischen Naturräume im Vordergrund der Überlegungen standen, war selbstverständlich. Anhand des Beispiels des Biosphärenreservats wurden in einem der beiden Workshops Optionen und Konsequenzen für Anbieter und Touristiker erörtert. Im zweiten Workshop wurde das Thema regionale Identität und damit die Nutzung regionaler Besonderheiten ins Zentrum von Produktentwicklung und Vermarktung gerückt. Die Ergebnisse der Projektarbeit sind praxisorientiert, die erarbeiteten Handlungsempfehlungen sind für alle leicht nachvollziehbar und anwendbar. "Sie bieten einen großen Mehrwert für die alltägliche Arbeit touristischer Unternehmen und Organisationen", sagte Walter Krombach, der Projektkoordinator für den DRV. Wolfgang Henn, Geschäftsführer der Saarpfalz-Touristik mit Sitz in Blieskastel , ergänzte, dass die Veranstaltung "ausgiebig Gelegenheit für Diskussionen und Ideenentwicklung für die Handlungsfelder Natur, Nachhaltigkeit und regionale Identität" geboten habe. So könne beispielsweise die Vermarktung regionaler Produkte weiter vorangetrieben werden.

saarpfalz-touristik.de

 Andreas Lorenz stellte die touristischen Ideen auf der Pinnwand vor. Foto: Fredi Brabänder
Andreas Lorenz stellte die touristischen Ideen auf der Pinnwand vor. Foto: Fredi Brabänder Foto: Fredi Brabänder

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Ergebnisse der Veranstaltung im Saarland und aller weiteren Treffen werden auf der Seite www.tourismus-fuers-land.de eingestellt. Dort sind auch Handlungsleitfaden und Kurzreports abrufbar. bra