Konzert GosPeople in der Schlosskirche Blieskastel

Konzert : „GosPeople“ sang und tanzte in der Schlosskirche

Der Chor aus Saarbrücken bot bei seinem Auftritt in Blieskastel ein beeindruckendes Konzert zum Mitmachen.

„Einfach nur mal zuhören, das geht ja gar nicht“, meinte Matthias Scheller schmunzelnd am Samstagabend in der Schlosskirche zu den Konzertbesuchern. Nein, wenn der Saarbrücker Chor GosPeople auftritt, ist vielmehr mitmachen angesagt. Wenn dessen Leiter das sagt, wirkt das jedoch wesentlich fordernder, als es gemeint ist. „Danke, dass Sie da sind. Immerhin spielt Bayern gegen Dortmund“, freute sich der Dirigent über den guten Konzertbesuch. Scheller ist für seine mehr als lockere und humorvolle Art der Moderation bekannt. „Joyful! Joyful!“, lautete dieses Mal das Motto. Der Chor war bereits 2016 im Gotteshaus zu Gast. Und froh waren die Sänger durchaus, während sie eine Stimmung transportierten, von der sich das Publikum schnell anstecken ließ. Man startete instrumental mit „Halleluja“, dem Leonhard Cohen-Klassiker. Wolfgang Gusenburger (Saxophon) und Matthias Scheller (Piano) sorgten beim Publikum für eine mehr als beeindruckende Gänsehaut-Stimmung in der Schlosskirche. Es blieb nicht beim einzigen Auftritt des Saxophonisten. Die Sänger befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch im hinteren Teil der Kirche und schritten danach singend über die Seitengänge nach vorne. Dort zeigten sie, dass bei ihnen nicht nur der Gesang im Vordergrund steht. Wie etwa bei „When is a good time to praise the Lord?“ (Wann ist ein guter Zeitpunkt, den Herrn zu preisen?), bei dem schnell deutlich wurde, dass es auch ums Tanzen geht. Dabei versprüht der Chor eine dermaßen deutliche Lockerheit, dass er mit anderen Formationen kaum vergleichbar ist. Steife Pseudo-Bewegungen in langen, bunten Gewändern, manchmal typisch für klassische Gospel-Auftritte, das liegt den Saarbrückern nicht. Vielmehr versprüht man pure Lebensfreude. Für den formellen Hintergrund steht die schwarze Bekleidung von GosPeople. „Wir singen sehr viel a capella. Von ganz ruhig bis schneller“, umriss Matthias Scheller das Vorgehen. Teilweise haben die Lieder, wie bei „Be still my soul“ (Sei immer noch meine Seele), einen ernsten Hintergrund. Dabei geht es um das Festhalten an einem Freund, der nicht mehr da ist. Naheliegend, dass auch dieses Lied unter die Haut ging. Doch dann steckt das schwungvolle Klatschen die Besucher wieder an. Bis auf „Der Weg“ sind alle Lieder auf Englisch. Hier forderte alleine der Refrain zum Mitsingen auf. Vieles hat eher den Charakter einer Ballade. Wie etwa bei „We stand united“ (Wir stehen vereint). „Das ist unsere Erstaufführung“, freute sich Chorleiter Scheller.

„Man ertappt sich schnell dabei, wie man mit dem Fuß wippt und im Sitzen mittanzt“, meinte Gerda Schuhmann aus Zweibrücken am Ende des Konzerts. Das war vor allem bei „I found the Way to Heaven“ so. Ab und an gibt es einen Abstecher ins Alte Testament. Dann kann es wie bei „We pray“ (Wir beten) zu einer Mischung aus Chor- und Sprechgesang kommen. Alle wenden sich dann den jeweiligen Vorsingern zu und singen anschließend gemeinsam mit. „Das wird sehr gut“, hatte Matthias Scheller sich beim Test gefreut, als das Publikum bei „Born again“ (wiedergeboren) den Refrain mitsang. Genau wie bei „Let it overflow“, welches ebenfalls erstmalig aufgeführt wurde. Mit „Joyful! Joyful“ endete ein Konzert mit Seltenheitscharakter.

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