Collegium Vocale Blieskastel Tolle Solisten und ein gut aufgelegter Chor

Blieskastel · „Freundeskreis saarpfälzische Musiktage“ feierte sein 50-jähriges Bestehen mit einem Konzert in der Schlosskirche Blieskastel.

Das „Collegium Vocale“ beim Jubiläums-Konzert in der Blieskasteler Schlosskirche.

Das „Collegium Vocale“ beim Jubiläums-Konzert in der Blieskasteler Schlosskirche.

Foto: Greff/Chor

In der Blieskasteler Schlosskirche richtete der Freundeskreis Saarpfälzische Musiktage zu seinem 50-jährigen Bestehen ein Konzert aus, das gleichzeitig dem 50. Geburtstag des Blieskasteler Stadtrates gewidmet war.

Grußworte der Vorsitzenden Brigitte Gode, von Landrat Theophil Gallo und der Ersten Beigeordneten der Stadt, Lisa Becker, wiesen auf die besondere Programmauswahl hin. Das erste Werk des Tages, die „Ratswahlkantate“, schrieb Johann Sebastian Bach nämlich für den Dankgottesdienst, mit dem in Leipzig 1731 der neu gewählte Stadtrat eingeführt wurde. Die teilweise hochvirtuosen Solopartien der Kantate wurden von Cornelia Winter (Sopran), dem Altus Thomas Nauwartat-Schultze und dem Tenor Min-Chia Shih eindrucksvoll dargestellt. Ebenso blieb die solistische Geige von Theresa Jensen mit ihrer Einfühlsamkeit und Verzierungspraxis in Erinnerung.

Die hohen Erwartungen, die an die Virtuosität geweckt worden waren, wurden im mittleren Werk des Konzertabends noch stärker erfüllt. Zwei Flöten und eine Violine stehen dort als Concertino-Gruppe dem Orchester-Tutti gegenüber. Während im Mittelsatz die Flöten das klagende Sekund-Motiv nachahmen, das ihnen vom Tutti vorgeschlagen wird, besticht der Schlusssatz durch ein prächtiges Fugenthema, in dem das Flötenduo von Geigenarabesken umspielt wird. Johannes Baumann konnte hier in einem der anspruchsvollsten Geigensoli des Generalbasszeitalters glänzen.

Bachs Vertonung des „Magnificat“-Textes schließlich bot alles, was man von musikalisch-rhetorischen Figuren und pompöser Prachtentfaltung im Barock erwartet, inklusive Pauken und Trompeten. Schade nur, dass er nicht noch weitere Bass-Arien in dieses Werk hineinkomponiert hat, denn dem Bassisten Michael Roman hätte man entschieden gerne noch länger zugehört, ebenso Martin Erhard, der die Tenorsoli des „Magnificat“ ausführte. Gut vorbereitet erwies sich das Collegium Vocale Blieskastel, das sich zum Beispiel im zentralen Chor „Fecit potentiam“ gleichzeitig kraftvoll wie auch lebendig zeigte, so dass Christian von Blohn, der die Gesamtleitung innehatte, stolz auf alle Musizierenden sein konnte. Auf großen Applaus folgte ein kleiner Umtrunk vor der Kirche.

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