Kolumne : Schützenhilfe für Landrat

Diesmal lief es nicht so glatt wie vor fast zwei Jahren, als der Doppelhaushalt 2017/18 im Blieskasteler Stadtrat geradezu einmütig verabschiedet wurde. Wo sich sonst SPD-Opposition und CDU/Grüne-Koalitionäre schon mal mächtig in die Haare kriegen, herrschte damals eitel Sonnenschein.

Doch mittlerweile sind wir alle ja schon im Wahlkampf-Modus. Deshalb gab es bei der Verabschiedung des Haushalts 2019 keine Einstimmigkeit. Vielmehr wurde das Zahlenwerk gegen die Stimmen von SPD und der Linken verabschiedet. Die Verwaltungschefin betonte indes, dass hinter den Blieskastelern anstrengende Jahre liegen – Jahre mit großen Sparbemühungen. Die Bürgermeisterin sprach gar von mageren Jahren, schöpfte aber gleich Hoffnung. Denn die Durststrecken hätten sich gelohnt, die Talsohle sei durchschritten. Alles in allem also eine erfreuliche Perspektive. Einmütigkeit herrscht hingegen wiederum alle Haushaltsjahre wieder bei der Kritik an der hohen Kreisumlage – Geld, das die Kommune an den Landrat in Homburg abdrücken muss. Immer wieder ist dies „ein Thema, das uns drückt“, hieß es im Stadtrat Blieskastel. Bei steigender Kreisumlage geraten die Politiker in den Kommunen regelmäßig ins Wehklagen – nicht nur in der Barockstadt. Einsparpläne würden enorm erschwert oder gar zunichte gemacht. Das müsse ein Ende haben. Und regelmäßig verweist Landrat Theophil Gallo darauf, dass ein Teil dieser Mittel zumindest teilweise an die Kommunen zurückfließe, und zwar in die Infrastruktur: Kitas, Krippen, weiterführende Schulen, kulturelle Maßnahmen, Zuschüsse jedweder Form wie etwa für das Kreiskrankenhaus St. Ingbert oder in diesem Jahr verstärkt fürs Freizeitzentrum Blieskastel. Schützenhilfe gibt’s für den Homburger Landrat ganz aktuell durch ein Gutachten der Beratungsgesellschaft PwC. Demnach wirtschaften die fünf saarländischen Landkreise und der Regionalverband Saarbrücken besser als von den Bürgermeistern angenommen. Die Untersuchung zeige, dass sie ihre Aufgaben „weitestgehend effektiv und effizient“ wahrnähmen. Die seit Jahren steigenden Kreisumlagen seien nicht auf ein Fehlverhalten der Landkreise zurückzuführen. Dass dies die Blieskasteler besänftigen wird, ist wohl eher nicht zu erwarten.

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