Kolumne : Das zarte Pflänzlein pflegen

Ein zartes Pflänzlein gilt es in Blieskastel zu hegen und zu pflegen: In dieser Woche ist in Lautzkirchen nach langer Anlaufzeit der Biosphären-Waldkindergarten offiziell eröffnet und eingeweiht worden.

Er erweitert und ergänzt das Angebot der Kinderbetreuung in der Barockstadt mit einem alternativen Angebot. Eigentlich sollte der Ableger der Kita Ballweiler bereits im Herbst vergangenen Jahres seine Pforten öffnen, doch das Ganze hatte sich als „schwieriges Bauprojekt“ erwiesen, wie Verwaltungschefin Faber-Wegener Anfang 2019 im Interveiw mit unserer Zeitung erläuterte, so dass noch einige Monate bis zum Betrieb am 1. April ins Land gingen. In Deutschland gibt es über 1500 derartige Einrichtungen dieser pädagogischen Form, mit Blieskastel sind es nun neben dem Waldkindergarten in Merzig-Besseringen zwei. Bisher ist der große Ansturm, den man erwartet hatte, ausgeblieben, derzeit sind es eine Handvoll Kinder, die in Blieskastel in Wald und Flur mit ihren Betreuerinnen unterwegs sind. Aber was nicht ist, kann ja mit Wachsen des Bekanntheitsgrads noch werden. Denn bis zu 20 Buben und Mädchen können hier in freier Natur spielen und toben. Die Philosophie dahinter ist klar umrissen: Der Biosphären-Waldkindergarten Blieskastel ermöglicht den Kindern eine intensive Auseinandersetzung mit der Natur. Sie erhalten Gelegenheit, das ganze Jahr hindurch Pflanzen und Tiere in unterschiedlichen Entwicklungsstadien zu beobachten. Das Fehlen von konfektioniertem Spielzeug wecke die Kreativität und rege die Fantasie der Kinder an. Naturmaterialien wie Moos, Stöcke, Baumrinde oder Blätter bekommen einen besonderen Reiz, wenn Kinder ihnen im Spiel eine Bedeutung und Funktion zuordnen, lautet das Expertenurteil. Die Waldkindergarten-Pädagogik habe sich seit Jahrzehnten hervorragend bewährt, um Kindern eine gesunde Entwicklung im unmittelbaren Kontakt zu ihrer natürlichen Mitwelt zu ermöglichen.