Archäologen graben hier die Erde um : Der Mann mit dem todsicheren Riecher

Hans Cappel und seine archäologischen Funde auf Blieskasteler Bann: Und wieder hat er etwas aus grauer Vorzeit entdeckt.

Hans Cappel aus Blieskastel ist ein Sucher. Wenn er Zeit hat, und als Renter hat er viel Zeit, ist er auf den Feldern unterwegs, die er quasi vor der Haustür hat. Er unternimmt keine langen Reisen, sondern wandert durch die Landschaft, gerne querfeldein. Abgeerntete Äcker sind seine Schatzkiste und dort wurde er schon mehrmals fündig. Jetzt entdeckte der ehemalige „Blieskasteler Gendarm und später Polizist“ – wie er sich selbst nennt – eine Lanzenspitze. Das unscheinbare Stück Metall fand er mit bloßem Auge auf einem Feld auf Blieskasteler Bann. Der genaue Fundort soll hier bewusst nicht beschrieben werden.

„Ich wusste nicht, was es ist. Aber wie alle Funde habe ich es beim Landesdenkmalamt abgegeben und gehofft, dass was dabei herauskommt.“ Und das war tatsächlich der Fall. Aktuell ist eine große Ausgrabung an eben dieser Stelle. Auf der Baustelle der Archäologen wurden mehrere Flächen freigelegt. Ein Bauwagen steht dort, ein Bagger und ein Klohäuschen. Mehrere Wissenschaftler arbeiten, seit sie unweit vom Fundort der Lanzenspitze noch eine weitere entdeckten, im Boden.

Archäologe Dominik Wegner leitet die Grabung und hat einen keltischen Grabplatz entdeckt. Alles wird mit Vorsicht beschrieben, denn bislang haben die Archäologen zu ihren Funden nur Vermutungen, vieles müsse im Nachgang noch untersucht werden. Fest stehe aber, dass man Gräber entdeckt, Keramiken und Münzen sowie mindestens einen Ofen gefunden habe. Die Lanzenspitzen seien noch nicht datiert, aber man gehe von einem Keltenfund aus. Munitionsreste aus dem Kaiserreich, eine römische Münze und moderne Knöpfe könnten davon nicht ablenken, obwohl man diese auch gefunden habe.  Hans Cappel kommt momentan täglich vorbei, der 83-jährige Hobbyforscher, der seit Jahrzehnten das Landesdenkmalamt unterstützt, ist neugierig und will stets wissen, was es Neues gibt. „Aber höchstens für eine Stunde, dann geh’ ich wieder weiter und suche“, sagt er. Das Jagdfieber steckt in ihm, nicht erst seit er vor Jahren einen bedeutenden archäologischen Schatz in Erfweiler-Ehlingen gefunden hat. Und so nimmt er seine kleine Maurerkelle und geht weiter. „Der Acker ist meine Baustelle, der Spatel mein Werkzeug“, sagt er.

Dies ist ein Stück des keltischen Friedhofs, den Archäologen gerade sondieren und freilegen. Foto: BeckerBredel

Wenn er etwas findet, dann mit nichts anderem als seinen Augen und seinem Spatel. Zwei bedeutende Funde und viele kleine hat er schon gemacht. Behalten hat er nie etwas, sein Stolz ist es, den Forschern zu helfen. Sehen kann man seine Funde dann im Museum.

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