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Kassiererin im Supermarkt in Niederwürzbach erlebt Corona-Krise

Arbeiten in der Corona-Krise : Mit einem Lächeln hinterm Spuckschutz

So erlebt die Kassiererin in einem Supermarkt in Niederwürzbach die Arbeitsbedingungen und Kundenverhalten in den Zeiten der Corona-Krise.

Kira Schuck arbeitet seit fünf Jahren im Wasgaumarkt in Niederwürzbach. Die Corona-Krise hat ihre Arbeitsbedingungen so stark verändert, wie nichts zuvor in der Branche. Inzwischen habe sich die Lage aber deutlich beruhigt, sagt die 25-Jährige in einem Gespräch mit unserer Zeitung: „Anfangs war es erst einmal ziemlich still, dann kamen ganz plötzlich die Hamsterkäufe nach Ravioli, Tomatensauce, Nudeln und natürlich nach Klopapier“, erzählt sie rückblickend.

„Einige Kunden waren dann richtig schnippisch, wenn nicht alles verfügbar war. Das hat sich inzwischen gelegt, auch wenn es immer noch nicht alles gibt. Hefe ist seit langem aus, auch beim Mehl gibt es noch Engpässe“, berichtet sie. Dafür komme immer wieder Desinfektionsmittel rein, das dann schnell vergriffen sei. Von Panik und Hamstern sei aber nichts mehr zu spüren. Und im Nachhinein erklären könne die Hamsterkäufe auch niemand, da sei wohl viel Psychologie dabei, denkt die Verkäuferin aus Ballweiler.

Besonders negative Erlebnisse habe es in den vergangenen Wochen nicht gegeben, dafür Erfreuliches: Kunden hätten den Kassiererinnen Schokolade geschenkt, die Ortsvorsteherin habe dem ganzen Team für den Einsatz gedankt. Und das Unternehmen habe die Corona-Prämie ausgezahlt. „Über all das haben wir uns natürlich sehr gefreut“, sagt sie und lächelt eine Kundin an, die wartend am Kassenband steht. Kira sitzt gerne an der Kasse, jedoch sei der Kontakt zu den Kunden durch den Spuckschutz erschwert. Vor allem akustisch. Die Wand schlucke auch Schall, man verstehe sich weniger gut. Insofern hoffe sie, dass es irgendwann auch mal wieder ohne diese Wände gehe.

 An die Hygieneregeln hätten sich die Kunden schnell gewöhnt, nur einige wenige würden immer noch glauben, gegen das Virus immun zu sein. „Einer hat uns demonstrativ eine Fünf-Euro-Banknote an der Kasse abgeleckt, um uns zu beweisen, dass alles nur eine Verschwörung sei“, ergänzt Marktleiter Björn Schwindt und nennt das einen absoluten Einzelfall. Insgesamt sei er mit seinem Betrieb ein Gewinner der Krise. Die Umsätze seien gestiegen, die Wertschätzung der Bevölkerung für die Versorger am Ort habe zugenommen. Er selbst habe Gutscheine bei benachbarten Unternehmen gekauft, die komplett schließen mussten.

Mit den Hygieneregeln hätten sie im Markt inzwischen einen guten Ablauf gefunden. Schuck und Schwindt denken beide, dass andere Branchen unter gleichen Regeln ebenfalls öffnen könnten. Für die Unternehmen könne das überlebenswichtig sein. Auch und gerade in den Dörfern.