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Kappensitzung der "Kerbcher" in Bierbach

Fastnacht : Wieder einmal Riesengaudi in der Pirminiushalle

Die Auftakt-Kappensitzung der Bierbacher „Kerbcher“ bot ihren Besuchern erneut allerfeinste Fastnachts-Kost.

Die „Kerbcher“ wollten es krachen lassen – und sie haben es krachen lassen. Mit einem absoluten Wahnsinnsprogramm begeisterten die Bierbacher Fasenachter am Samstagabend erneut die Gäste in der ausverkauften Pirminiushalle. Pünktlich 20 Uhr hielten Sitzungspräsident Alexander Lück und seine Elferrätinnen Einzug in die festlich geschmückte Kerbches-Narrhalla.

Der Sitzungspräsident hat nur Glanzpunkte anzusagen, neudeutsch würde man sagen: Die närrische Performance is on highest level“, oder schlicht saarländisch: Das war wieder saugudd. Mit Claudia Wachs hat man eine Büttenrednerin, die es in jedem Jahr versteht, schon zu Beginn für Lacher zu sorgen. In diesem Jahr ging es auf eine Städtereise, man konnte es schon ahnen – mit vielen Hindernissen. Auch die Deutsche Bahn bekam ihr Fett weg, denn der Schaffner beschwerte sich über die Kinderfahrkarte der erwachsenen Klarabella: „Da können Sie mal sehen, wie lange wir schon auf den Zug warten“, bekam er die entsprechende Antwort. Nicht mehr wegzudenken aus der Bütt der „Kerbcher“ sind inzwischen Marion Schwarz und Ortsvorsteherin Sigrid Wilhelm, die auch in diesem Jahr wieder für stehende Ovationen sorgten. Mit „Löffelschesbohnesupp“ wurde der Auftritt eröffnet, Marion Schwarz musste gar im Fallschirm landen, um pünktlich auf der närrischen Bühne zu stehen. Es gab wieder Lobreden auf das gute Essen, da musste auch „Krautwickels Schantall“ einigen Spott wegen ihres Schlankheitswahns über sich ergehen lassen. „Asymetrischer Haarschnitt und Doppelname“, was soll man da schon erwarten? Am Ende der Campingsong mit Frank Schuler – die Gäste in der Halle waren begeistert.

Überhaupt setzten auch in diesem Jahr die Büttenredner wieder die großen humoristischen Akzente: Ob Wellenbrecherin Claudia Wachs, Felix Schäck, „Altstar“ Eckes Geißel oder die beiden Clowns Marion Schwarz und Sigrid Wilhelm: Es sind nicht zu viele, aber dafür sehr gute Reden. Wie immer toll auch wieder die Tänze, ob Schau- oder Gardetänze oder die große Show des Männerballetts: Alles ein Genuss für die Augen. Leider hatte sich Funkenmariechen Kim Lenhard verletzt und konnte nicht auftreten. Aber man hatte ansonsten weder Kosten noch Mühen gescheut, sogar Bohlens „Supertalent“-Show hatte man auf die Bühne der „Kerbcher“ geholt („Mächtig viel Theater“).

Und dann noch ein Höhepunkt, ohne den die Bierbacher Fasenacht nicht mehr zu denken ist: Die Kultband „Käsfies“. Sie feiern in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum, was mit einem gemeinsamen Auftritt mit den „Höhnern“ auf dem Paradeplatz am 23. Juni gekrönt werden soll. An diesem Abend zog die Band wieder alle musikalisch-karnevalistischen Register, die Pirminiushalle bebte ein ums andere Mal. Gleichwohl gab es einen Wermutstropfen: Marcel Strauß, „die hohe Stimme der Käsfies“, wird die Band auf eigenen Wunsch verlassen und künftig durch Yves Jacob ersetzt. Es war ein denkwürdiger Moment, Marcel Strauß wurde mit lang anhaltendem Applaus verabschiedet. Aber dann ging es weiter, nach einem kurzen Moment des Innehaltens zeigten die „Käsfies“, warum sie Kultstatus haben. Sie rockten die Halle, da hielt es niemand mehr auf den Stühlen.