1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Blieskastel

Jubiläum für den Verkauf fair gehandelter Lebensmittel

Jubiläum für den Verkauf fair gehandelter Lebensmittel

In Biesingen gab es kürzlich nach dem Gottesdienst allen Grund zum Feiern. Denn der faire Handel, den Franz-Josef Berwanger einmal im Monat betreibt, ist nun ins 30. Jahr gegangen. Über die Erlöse freut sich die Don-Bosco-Pfarrei in Manila.

30 Jahre Verkauf von fair gehandelten Waren, ein neuer Kaplan und die erste Predigt eines Priesterkandidaten aus Blickweiler: In Biesingen gab es nach dem Sonntagsgottesdienst ein großes Hallo. Seit exakt 30 Jahren verkauft der saarländisch-philippinische Freundeskreis mit seinem Vorsitzenden Franz-Josef Berwanger fair gehandelte Waren der Gepa, das ist die größte europäische Importfirma fair gehandelter Lebensmittel und Handwerker-Produkte aus den ärmeren Ländern der Welt. Franz-Josef Berwanger ist beim Verkauf besonders engagiert. "Ich spiele seit 14 Jahren in der Biesinger Kirche St. Anna die Orgel. In Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde verkaufe ich dann einmal im Monat nach dem Gottesdienst Waren, gebe dazu auch gerne Auskunft", erklärte unserer Zeitung der Hasseler, der daneben seit 40 Jahren am Kloster Blieskastel Organist ist, ebenso in Oberwürzbach und in Reichenbrunn. "Auch dort öffne ich ab und an den Verkaufsstand, ebenso seit 25 Jahren auf dem St. Ingberter Wochenmarkt. Berwanger erklärt, dass er auch Eigenimporte anbiete wie etwa Märchenpuppen aus Manila. "Einige Produzenten habe ich vor Ort besucht, so die Hersteller des Mascobado-Zuckers auf der Insel Negros oder philippinische Mango-Erzeuger. Die Erlöse, bisher über 200 000 Euro, fließen seit 15 Jahren den Saarland-Scholars der Don-Bosco-Pfarrei in Tondo/Manila zu, zuvor sorgte Berwanger mit den Erlösen für die Anlegung von Saarland-Straßen im Peace-Village bei Antipolo/Manila. Über 160 Mal reiste Berwanger nach Südostasien.

Für die fair gehandelten Waren interessierte sich auch Jozef Matula, der neue Kaplan der Großpfarrei Heiliger Franz von Assisi , der die Sonntagmesse in Biesingen hielt. "Vor 30 Jahren kam ich in Polen zur Welt, wuchs in einem kleinen Dorf auf und trat nach dem Abitur 2004 in den Minoriten-Franziskanerorden ein. Nach Ende meines Philosophie- und Theologiestudiums empfing ich am 2. Juni 2012 in Krakau die Priesterweihe und kam kurz darauf zum Kloster Blieskastel", erklärte uns Pater Jozef. Der Anfang sei nicht einfach gewesen, da er die deutsche Sprache nicht konnte. Dies habe sich nach vier Jahren aber gut entwickelt. Davon konnte sich auch Peter Heinke überzeugen.

Der 27-Jährige aus Blickweiler erhielt von Bischof Karl-Heinz Wiesemann die Admissio (Zulassung für das Diakonat und die Priesterweihe). Er war nun in seiner Heimatpfarrei St. Barbara zu Gast und in Biesingen hörten die Gläubigen seine erste Predigt. "Ich war zwar etwas nervös, doch nach wenigen Sätzen lief die Premiere eigentlich sehr gut", sagte der junge Mann, ehe er sich der nach Mittagessen-Stärkung bei den Eltern Hildegunde und Karl-Heinz Heinke, wieder zum Priesterseminar nach Speyer aufmachte.

Nach der Diakon-Weihe folgt im kommenden Jahr die Priesterweihe sowie schließlich auch die Primiz-Feier.