Inthronisation des neuen Bürgermeisters von Blieskastel

Kostenpflichtiger Inhalt: Der Neue legt in wenigen Tagen los : „Besonnen, zielstrebig und konstruktiv“

Feierliche Vereidigung des neuen Bürgermeisters von Blieskastel. Gleich zwei ministerielle Persönlichkeien gaben sich ein Stelldichein.

Es war schon reichlich strapaziös für die vielen Gäste, bis man zum wesentlichen Punkt des Abends kam: Nach dem Sektempfang dauerte es fast zwei Stunden, bis Bernd Hertzler (SPD) aus den Händen des Beigeordneten Guido Freidinger die Ernennungsurkunde als neuer Bürgermeister von Blieskastel in Empfang nehmen durfte. Doch der Reihe nach: Es war eine ereignisreiche Woche in der Blieskasteler Stadtpolitik. Eben noch die Verabschiedung der „alten“ Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener in der Orangerie, vier Tage später die Amtseinführung des neuen im großen Saal der Bliesgau-Festhalle. Viele Gesichter sah man auf beiden Veranstaltungen, die Feuerwehren ebenso wie Vertreter des öffentlichen Lebens. Auch viele Ortsvorsteher und die designierten Bürgermeister aus den Nachbargemeinden erwiesen dem künftigen Verwaltungschef die Ehre.

 Bernd Hertzler durfte sich über den Besuch gleich zweier Minister freuen: Da kam zum einen der in der Region sehr präsente Umweltminister Reinhold Jost, der – wie hätte es anders sein können – gleich zwei Flaschen Hochprozentiges mitbrachte. Man darf getrost vermuten, dass es Hundsärsch-Schnaps war. Eigentlich sollte er eine Laudatio halten, aber die stellvertretende Ministerpräsidentin Anke Rehlinger hatte das dann „für de Jooschd“ übernommen. Außerdem war es noch Landrat Theophil Gallo vorbehalten, den neuen Bürgermeister entsprechend zu würdigen. Wobei dessen Rede ziemlich ausuferte und über weite Strecken mit dem eigentlichen Anlass der Feierlichkeiten nichts zu tun hatte. Denn es gab viele Statements hinsichtlich des Saarpfalz-Kreises und dessen segensreichen Wirkens. Das mutete mitunter an, als sei man noch im Wahlkampfmodus. Einige Zuhörer äußerten sich dahingehend.

Jedoch identisch in allen Reden war die Würdigung der Person Hertzler: Ruhig und besonnen sei er, in sich ruhend. Es sei zielstrebig und dabei konstruktiv arbeitend. Von Vorteil für ihn sei es, dass er nicht die „klassische“ Parteikarriere hingelegt habe.

Eigentlich ist er ein „echter“ Sozialdemokrat alter Schule und Prägung, gelernter Schlosser, aufgestiegen bis zum Abteilungsleiter der Stadtwerke Bliestal. Er habe im Wahlkampf mutig auf Plakate „an jedem Laternenmast“ verzichtet, den Bürger im persönlichen Gespräch überzeugt. Man gab ihm gute Ratschläge mit auf den Weg. Im Übrigen werde er nicht nur schöne Tage erleben, es werde auch Kritik kommen, ob berechtigt oder unberechtigt. Es sei ihm gleichwohl hoch anzurechnen, dass er in diesen schwierigen Zeiten „den Kopf aus der Hecke gestreckt“ habe.

Anke Rehlinger ging auf das Potenzial der Stadt Blieskastel ein, zeigte sich überzeugt, dass sich der neue Bürgermeister auch verstärkt um die Stadtteile kümmern werde. Angenehm auch die Tatsache, dass die Wirtschaftsministerin zudem die gute Zusammenarbeit mit der nicht anwesenden Annelie Faber-Wegener würdigte, und auch Bernd Hertzler feststellte, dass seine Vorgängerin „die Stadt nach vorne gebracht“ habe.

Der neue Mann im Rathaus fasste sich seinerseits am Rednerpult erfrischend kurz und dankte seiner Familie für die große Unterstützung. Er werde Blieskastel zu einer liebens- und lebenswerten Stadt weiterentwickeln und sei ein Bürgermeister für alle Bürgerinnen und Bürger. Dann wurde Bernd Hertzler vom Beigeordneten Guido Freidinger vereidigt und dieser verlas dann auch die Ernennungsurkunde. Dass man bei der Gelegenheit auch noch die Besoldungsstufe des neuen Verwaltungschefs öffentlich machte, wäre durchaus verzichtbar gewesen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung