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Innensanierung der Stephanuskirche in Böckweiler ist bald beendet

Das kleine Gotteshaus sucht noch Spender : Das Gotteshaus hat mehr und mehr Fans

Die Innensanierung der Stephanuskirche in Böckweiler ist fast abgeschlossen. Allerdings ging der Gemeinde das Geld aus.

Die romanische Stephanuskirche in Böckweiler wurde im Mai bundesweit zur Kirche des Jahres 2020 gewählt. Das Bauwerk erhielt die meisten Stimmen bei der Abstimmung, durchgeführt von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (wir berichteten). „Seit November 2018 wird das Innere unserer Kirche aufwendig instand gesetzt, dies ist eine notwendige Maßnahme im Hinblick auf erhebliche durch Feuchtigkeit bedingte Schäden“, erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung Presbyterin Marliese Rauch, in der protestantischen Kirchengemeinde Böckweiler „Mädchen für alles“ und gute Seele sowie Ansprechpartnerin vor Ort nicht nur für die 300 Gläubigen, sondern auch für ständig zunehmende Kirchenführungen.

Marliese Rauch blickte auf die bisherigen Arbeiten zurück, wobei die neuen Sandsteinplatten – aus Denkmalschutzgründen aus Lothringen herangeschafft – direkt ins Auge fallen. „Zuerst wurden neue Drainage-Rohre verlegt, die Fugen zwischen den Sandsteinplatten bleiben offen, im Altarraum sind alte Sandsteinplatten verlegt.“ Bei unserem Besuch waren Arbeiter gerade dabei, die Bänke abzuschleifen, dann neu zu streichen. Vergeben ist der Auftrag zu Arbeiten an den Glocken im Turm. Verlegt und installiert auf dem neuesten Stand ist die komplette Elektrik . „Diese Maßnahme war leider nicht in der Förderung durch Bundes- und Landesmittel sowie durch die Lotto-Gesellschaft und die Herzog-Wolfgang-Stiftung“, bemerkte Marliese Rauch, die stolz nach oben blicken darf. „Nach über 50 Jahren erhielt die Orgel nämlich einen neuen Standplatz auf der Empore. Sie ist jetzt nach links verschoben, dadurch wird das runde Kirchenfenster, geschaffen von György Lehoczky, in der Mitte endlich sichtbar und kommt so besser zur Geltung.

Zu Beginn der Innenarbeiten wurde die Orgel abgebaut, nach Heusweiler zur Orgelbaufirma Mayer gebracht, dort einer Generalüberholung unterzogen und Schäden beseitigt. Klanglich sind bei der Oberlinger-Orgel keine Einbußen zu hören“, stellt die Kirchenkennerin fest. Interessant gestaltet, mit kleinen hellen Fenstern im Boden, ist an einem Pfeiler ein Blick möglich in die Geschichte des Gotteshauses, dessen Altarraum runde Sandsteine erhielt und bei dem größere Lichtbänder und ein großer Leuchter mit acht Lampen sich ebenso  prima einfügen wie an der Kanzel die neue, dreistufige Holztreppe. Automatische Fensteröffnungen sorgen nun für Frischluftzufuhr. Ein Wermutstropfen bleibt derzeit: „Kurz vor Abschluss der Innenarbeiten sind unsere finanziellen Mittel völlig aufgebraucht, sowohl die Fördergelder wie auch unsere Eigenmittel. Daher sind wir auf Spenden angewiesen, damit die Stephanuskirche Mitte Oktober wieder in Dienst gestellt werden kann“, so Marliese Rauch, die nach der Böckweiler Wahl zur Kirche des Jahres 2020 eine verstärkte Nachfrage nach Führungen durch das Gotteshaus registriert. “So konnte ich kürzlich Interessierten aus Trier, Köln, Ulm und Besuchern der Unikliniken Homburg und der Uni Saarbrücken Schönheit und Geschichte der Stephanuskirche näherbringen“, sagt Marliese Rauch, seit 1984 bereits im Presbyterium stellvertretende Vorsitzende.

Die romanische Stephanuskirche in Böckweiler ist die Kirche des Jahres 2020. Foto: Hans Hurth

Pfarrerin Ines Weiland-Weiser ist stolz auf die unermüdlich ehrenamtlich tätige Marliese Rauch mit ihrer freundlichen Art, und die mit ihrer Maxime „Das Alte bewahren“ sich weiter in den Dienst der Gemeinde einbringen wird. Die Kirchenbesucher wird es freuen, erst recht nach der Wiederindienststellung der Stephanuskirche – geplant für Sonntag, 18. Oktober.