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Initiative der FDP Blieskastel gegen Coitta Slow-Image

Blieskastel : Agile Kommune statt „Schneckenstadt“

FDP-Stadtratsmitglied Ralf Armbrüster will das „Cittaslow“-Image Blieskastels kippen.

(red) Dem Blieskasteler FDP-Stadtratsmitglied Ralf Armbrüster will die unter der ehemaligen Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener (CDU initiierte Image-Kampagne „Cittaslow“ (gemütliche Stadt) beenden. Da er als Einzelmitglied im Stadtrat selbst keine Anträge einbringen darf, sucht er politische Mitstreiter in den anderen Fraktionen. Die einstige Idee, durch Lizenzierung der „Cittaslow- Schnecke“ der Barockstadt ein neues Image zu verpassen, resultiere darin, dass man Blieskastel eher als ein verschlafenes Nest und nicht als eine moderne, agile Kommune wahrgenommen habe. „Statt Chancen für Familien, ArbeitnehmerInnen und Unternehmen durch moderne Infrastruktur und Technologie zu schaffen, verharrt die Stadt im Dornröschenschlaf. Hinzu kommt eine durch eine aktuelle Auseinandersetzung in der Politik gelähmte Führung, so die FDP in ihrer Mitteilung.

„Cittaslow hat ausgedient“, konstatiert Armbrüster und schlägt in einer aktuellen Bitte an die Fraktionen im Stadtrat vor, diese Mitgliedschaft eher sofort als irgendwann zu beenden. Blieskastel müsse sich neu aufstellen und die Wirtschaftsförderung eine Priorität werden. Der Ausstieg aus Cittaslow sei hier ein erstes Signal und die geschätzt 100000 Euro Gesamtkosten bisher könnte man zukünftig effektiver einsetzen. Wie eine aktuelle Anfrage der Liberalen bei der Verwaltung ergab, basieren rund 75 Prozent der Gewerbesteuereinnahmen der Stadt auf nur zwei Unternehmen. Der Weggang bereits eines der beiden Unternehmen könnte zu einer fatalen Situation führen, deutlich schlimmer als im Falle Ford in Saarlouis sei.

Um diese Gefahr zu reduzieren, müsse sich Blieskastel breiter aufstellen. Ein Schwerpunkt müssten Angebote an Gewerbeflächen zur Expansion bestehender Betriebe sein. Anstelle weiterer flächenverbrauchender Gewerbebetriebe oder Flächenmärkte solle man sich bei der Neuansiedlung auf IT und Technologiebranchen konzentrieren. In Saarbrücken zeige sich gerade im Bereich IT Sicherheit eine Entwicklung, aufgrund der mit Ausgründungen und Startups, aber auch mit Wohnflächenbedarf zu rechnen sei. Blieskastel sei hier durchaus in der Lage, Angebote zu unterbreiten. Dazu bedürfe es aber einer effektiven Verwaltung und einem Ende der Streitereien im Stadtrat.