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In Biesingen gibt es einen außergewöhnlichen Garten

Ein außergewöhnlicher Garten in Biesingen : Von der Natur sind sie „umzingelt“

Petra und Hans Hennrich haben einen Garten, der jedes Tier und insektenfreundliche Pflanzen willkommen heißt.

,,Hat die Blume einen Knick, war der Schmetterling zu dick.“ Dieser kleine, zum Schmunzeln geeignete Vers im Vorgarten empfängt den Gast in Biesingen. Hier wohnt die Familie Hennrich. Er, Hans, Maschineneinrichter und alsbald in Rente, ist die Ruhe selbst. Sie, Petra, Erzieherin in der Gemeinde-Kita Mandelbachtal, ist eine quirlige Frau mit energiegeladenem Tatendrang und ungebremster Kreativität. Wir sind hier gelandet, weil das Ehepaar Hennrich einen ganz außergewöhnlichen Garten sein eigen nennt. Auf rund 2800 Quadratmetern gibt es unzählige Tiere, und das kommt nicht von ungefähr.

Ein herrliches Konzert stimmen die Vögel in den Bäumen an: Spechte, Eichelhäher, Finken, Spatzen und andere gefiederte Freundchen kann man beobachten. Und auch viele Schmetterlinge. Sie finden Nahrung – und Wasser. Auch anderen Tieren geht bei größter Hitze die Flüssigkeit hier nicht aus. Darauf achtet täglich der Hausherr. Selbst Rehe kommen nach Überquerung der sich an den Garten anschließenden Felder vorbei, wenn sie durstig sind. Auf dem weitläufigen Gelände finden sie gut gefüllte Gefäße vor. Täglich wird nachgeschenkt, am Lebensmittel Nummer eins soll kein Mangel herrschen.

Dieser Teichbewohner, ein Wasserfrosch, hat sich ein schönes Plätzchen ausgesucht. Hier kann er vor Fressfeinden mit Appetit in Deckung gehen. Foto: Hans Hurth

Das tierische Leben auf dem Grundstück seines Elternhauses, Ende der 1950er Jahre erbaut, ist dem Hausherr und seiner Frau Petra ans Herz gewachsen. Wobei er auch liebevoll die Eichhörnchen füttert. Auf Walnüsse aus dem Garten dürfen sie sich freuen, wobei der 59-Jährige, so erzählt lächelnd seine Frau, auch noch auf jede Nuss draufhaut, damit die Hörnchen nicht so viel Mühe mit ihnen haben. Die flinken Tierchen haben „Eigenheime“ in den Bäumen, dort finden sie ihr Futter, ebenso die Vögel, die auch im Sommer versorgt werden.

Eidechsen fühlen sich bei Hennrichs ebenso wohl, eine beachtliche Natursteinmauer zum Sonnen und Klettern steht ihnen zur Verfügung. Und im kleinen Teich tummeln sich Wasserfrösche. Die Alten haben Nachwuchs bekommen, was wir beim näheren Hinschauen entdecken. Und dann erst das Grünzeug: Was den Insekten, vor allem den Bienen, dienlich ist, wird angepflanzt, natürlich auch Wildblumen. Und Lavendel. Im Übrigen ist auch an Küchenkräutern kein Mangel, Thymian, Basilikum, Minze, Zitronenmelisse – alles da. Und dann erst die Steine: Petra Hennrich bemalt sie mit Hingabe und künstlerischem Geschick. Einmal hat sie über vier Kilometer einen dicken, langen Ast aus dem Wald geschleppt. Und dieses Totholz mit ihren bunt bemalten Steinen geschmückt. Das Ensemble kann man nun auf der Terrasse bewundern. Auch im Kindergarten kommen solche mit Lackstiften verzierte Steine zum Einsatz, versehen mit Buchstaben und Zahlen. Auch so können die Kleinen Lesen und Rechnen lernen.

An dieser Stelle im Vorgarten fühlen sich geflügelte Tiere wohl. Foto: Hans Hurth

Sie die Kreative, er der Handwerker – da muss ja Einiges zustande kommen. Wenngleich ihr Mann Hans, wie sie erzählt und ein fröhliches Lachen folgen lässt, sich gelegentlich fürchtet vor ihren Ideen. Und seufzt: „Oh nein, nicht schon wieder.“ Dann aber hilft er doch, die Geistesblitze zu realisieren. So hat das nächste Projekt schon einen Namen: Sansibar. Für die Hausbar aus alten Materialien hat sie schon die Deko besorgt, und in einer Munitionskiste sollen die Spirituosen ihren Platz finden. Alles bereits durchdacht, es kann also bald losgehen.

Aber erst einmal ist jetzt, bei hochsommerlichen Temperaturen, der Garten das wichtigste Projekt. Er will gepflegt sein und die Tiere versorgt. All das macht Arbeit, bringt aber auch Freude – im Gegensatz zum tristen, weil leblosen, Garten mit Geröll.

Die Frau des Hauses erfreut Passanten mit manch herrlichem Spruch. Foto: Hans Hurth

Zum guten Schluss finden wir auf einem Stein im Garten noch einen erbaulichen Spruch, der den Mensch begleiten sollte: „Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.“