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Einzelhandel: „Im kommenden Jahr sieht’s anders aus“

Einzelhandel : „Im kommenden Jahr sieht’s anders aus“

Den lokalen Handel stärken, das erreicht gerade eine Aktion der IHK. In Blieskastel gibt es dafür aber keine Unterstützung.

„Ich bin ein Heimat Shop“: Dieses Plakat hängt derzeit in einigen Blieskasteler Geschäften. Das „Heimat-Shoppen“ ist eine Aktion der Industrie- und Handelskammer (IHK) des Saarlandes und des saarländischen Handelsverbandes, zusammen mit einem Medienpartner (wir berichteten). Insgesamt 17 Kommunen im Saarland sind bei dieser Aktion am 8./9. September mit dabei, die auf die lokalen Geschäfte aufmerksam machen soll („Warum in der Ferne einkaufen, wenn das Gute so nah liegt?“).

Auch in Blieskastel hängen vereinzelt diese Aktionsplakate, aber offizieller Teilnehmer ist man nicht. Erster Ansprechpartner könnte Rainer Schetting sein, schließlich ist er der letzte Vorsitzende des Blieskasteler Stadtmarketing-Vereins. Aber jener Verein befindet sich, wie berichtet, derzeit in der Auflösung, Schetting konnte nicht mehr Ansprechpartner sein: „Ich habe die Unterlagen, die mir die IHK geschickt hat, an die Stadt weiter gegeben. Ich bedauere das schon persönlich, dass Blieskastel nicht offiziell an dieser Aktion teilnimmt“, sagte Schetting im Gespräch mit unserer Zeitung. Er verweist indes darauf, dass er schon vor einiger Zeit den Gewerbetreibenden eine Aktion präsentiert hatte, nämlich „Lass den Click in deiner Stadt“. „Aber die Resonanz bei den Kollegen in Blieskastel war nur gering, kaum jemand hatte Interesse an der Aktion“, ist der Weinhändler ein Stück weit frustriert. Roman Schmidt („Foto Shop“) winkt eher ab: „Das hatten wir doch alles schon. Da glaubt wohl jemand, das Rad wieder neu erfinden zu müssen“.

Es habe bei den Blieskasteler Gewerbetreibenden schon öfter solche Aktionen gegeben, etwa „Ich kaufe vor Ort“. Zudem, so unterstreicht Schmidt, gebe es immer auch Aktionen von einzelnen Händlerverbänden. Die Stadt Blieskastel indes war bei den städtischen Händlern besonders in die Kritik geraten, weil man bei der Stadt die Nichtteilnahme an der Aktion mit zu geringen personelle Ressourcen begründet hatte. Auf Anfrage stellte Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener klar: „Mir ist es wichtig herauszuheben, dass die Stadt Blieskastel die Aktion ,Heimat-Shoppen’ nicht abgelehnt hat. In diesem Jahr ist es nur so, dass zwei Bedienstete durch Schwangerschaft nahezu parallel ausgefallen sind, weshalb wir uns nicht in der gebotenen Qualität dieser Aktion widmen können. Im kommenden Jahr sieht dies aber wieder anders aus. Blieskastel ist im besonderen Maße eine wirtschaftsfreundliche Stadt. Hier kann ich zum Beispiel unsere Gastronomie herausheben, die in den letzten Jahren schon verstärkt durch die zahlreichen Märkte, die in Blieskastel angeboten werden, profitiert haben. Dies hat natürlich auch auf unseren Einzelhandel gute Auswirkungen“, so die Verwaltungschefin. Sie hoffe in diesem Jahr auf das Verständnis, dass man durch den Wegfall zweier gut eingearbeiteter Fachfrauen dieses zusätzliche und neue Angebot nicht habe aufgreifen können. „Vielleicht haben wir im kommenden Jahr dann auch wieder die Chance, auf die Unterstützung der Gewerbetreibenden selbst zurückzugreifen, sollte sich eine wie auch immer ausgestaltete Interessenvertretung gebildet haben. Ich würde dies auf jeden Fall sehr begrüßen, weil dann die Koordination auch viel effektiver und vor allem an den konkreten Bedürfnissen unserer Wirtschaft hier vor Ort orientiert sind wird“, so Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener.

Brigitte Gode, Buchhändlerin in Blieskastel, hat allerdings zur Selbsthilfe gegriffen: Sie hat sich an die IHK gewandt und dort noch die letzten Werbemittel für die Aktion auftreiben können. Diese hat sie dann in Blieskastel an ihre Händlerkollegen verteilt. Boutiquenbesitzerin Elisabeth Schunck findet es auch schade, dass Blieskastel nicht offiziell dabei ist: „Ich hätte es begrüßt, wenn auch Blieskastel dabei gewesen wäre. Alle verkaufsfördernden Aktionen bringen uns weiter. Ich selbst habe von der Aktion nichts gewusst.“