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„Ich setze auf mein Team und den Stadtrat“

„Ich setze auf mein Team und den Stadtrat“

Das alte Jahr ist passé, 2015 beginnt. SZ-Redakteur Joachim Schickert sprach mit Blieskastels Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener über ihre Bilanz 2014 und die Aussichten für das neue Jahr.

Frau Bürgermeisterin, was war das wichtigste Ereignis für Sie im Jahr 2014?

Faber-Wegener: Das war natürlich die Geburt meines Enkelsohnes. So ein Enkelkind im Arm zu halten ist einfach nur schön und ein großes Geschenk. Dafür bin ich sehr dankbar. In dienstlicher Hinsicht freut es mich, dass die bewährte Koalition aus CDU und Grünen ihre Arbeit auch nach der Kommunalwahl in 2014 weiterhin zum Wohle der Stadt Blieskastel fortsetzen kann. In einer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit können dabei Entscheidungsprozesse zwischen dem Stadtrat, meiner Verwaltung und mir sehr gut koordiniert, geplant und umgesetzt werden. Diese gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit habe ich aber darüber hinaus allen politischen Akteuren in Blieskastel angeboten, wozu ich auch stehe.

Was lief 2014 in der Stadt Blieskastel gut, was bewerten Sie als nicht so gelungen?

Faber-Wegener: Positiv kann ich die Bewältigung der Mammutaufgabe der Europa- und Kommunalwahlen im Mai dieses Jahres anführen. Neben den rund 250 ehrenamtlichen Helfern war vor allem meine Verwaltung über Wochen vor und nach den Wahlen gebunden. Eine Aufgabe, die zusätzlich zum üblichen Dienstbetrieb erledigt werden musste. Hierfür möchte ich an dieser Stelle auch einfach mal Danke sagen an die vielen Helfer und die Mitarbeiter meiner Verwaltung. Erfreut hat mich, dass der Anteil an Kandidatinnen für den Stadtrat und die Ortsräte von 25 beziehungsweise 23 auf jeweils 31 Prozent ausgebaut werden konnte. Nach der Wahl gingen aus 15 Ortsräten insgesamt fünf Ortsvorsteherinnen hervor. Davor war es eine beziehungsweise zwei Ortsvorsteherinnen. Das bereits in 2010 angestoßene Projekt für eine Waldruhestätte konnte in diesem Jahr verwirklicht werden. Damit wurde im Bereich der Stadt Blieskastel ein attraktives und zeitgemäßes Angebot für Urnenbeisetzungen als zusätzliche Bestattungsform geschaffen. Im ablaufenden Jahr war auch die Begründung einer engen Zusammenarbeit im Bereich des Standesamtes mit meinen beiden Kollegen Gerd Tussing aus Mandelbachtal und Alexander Rubeck aus Gersheim positiv. Dabei konnten wir uns gegenseitige Unterstützung und Hilfe zusichern, was nicht zuletzt den Bürgerinnen und Bürgern aller drei Bliestalkommunen zugute kommt. Ich freue mich, dass wir jetzt auch einen Seniorenbeirat in unserer Stadt haben. Er wird gemeinsam mit Stadtrat und Verwaltung versuchen, das Lebensumfeld unserer Seniorinnen und Senioren zu verbessern. Ebenso bin ich begeistert von dem großen Engagement unserer Behindertenbeauftragten und dem Seniorenbeauftragten. Und unerwähnt darf auch nicht die Initiative Miteinander-Füreinander der Aktiven Senioren Bliestal e.V. und des Bürgerforums bleiben. Dieses ehrenamtliche Engagement ist sehr wichtig für unsere Gesellschaft. Dass es bei unserem zentralen Bauvorhaben in 2014, dem Neubau der Kindertagesstätte St. Sebastian in Blieskastel-Mitte, zu einer Verzögerung bei der Fertigstellung kommt, finde ich nicht so schön. Leider gab es hier Probleme mit beauftragten Unternehmen. Mir war es dabei aber besonders wichtig, dass die Arbeiten ordnungsgemäß erfolgen, weshalb ich hier rechtzeitig eingeschritten bin. Dadurch bleibt uns Ärger in der Zukunft erspart.

Gab es für Sie bittere Enttäuschungen im abgelaufenen Jahr?

Faber-Wegener: Nein, bittere Enttäuschungen gab es nicht. Als optimistischer Mensch habe ich es für mich angenommen, die Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann. Betroffen hat mich aber vor allem die Flüchtlingssituation gemacht. Menschen, die aus größter Not, traumatisiert und fernab ihrer Heimat Schutz und Hilfe bei uns suchen, die oftmals nicht mehr als die Kleidung, die sie am Leibe tragen, haben. Das geht mir in den letzten Wochen und Monaten persönlich besonders nahe.

Wagen wir einen Blick ins neue Jahr. Was sind wichtige Weichenstellungen 2015? Was muss vorrangig angepackt werden?

Faber-Wegener: Die Fortsetzung der nachhaltigen Sanierung der städtischen Finanzen bleibt auch für 2015 eine zentrale Aufgabe, die das gesamte Handeln in irgendeiner Weise immer bedingt. Ich würde mich freuen, wenn wir die Umsetzung des Kindertagestätte-Projektes in Bierbach an der Blies angehen könnten. Hier liegt jedoch der Ball zurzeit beim Zuschussgeber auf Landesseite. Weitere Themen werden vor allem aber das Gemeinde- und das städtebauliche Entwicklungskonzept sein. Hier gilt es die Studien und die nachhaltigen Vorschläge abzuwarten, und sie einer genauen Analyse zu unterziehen. Sie mit den Bürgerinnen und Bürgern in den Stadtteilen zu diskutieren und umzusetzen.

Wenn Sie einen Wunsch für Ihre Stadt frei hätten, was wäre das?

Faber-Wegener: Schuldenfreiheit und eine freie Finanzspitze wären eine schöne Sache für Blieskastel . Es würde den Spielraum für Handlungsmöglichkeiten erweitern. Um dafür meinen Beitrag zu leisten, setze ich auf mein Team in den einzelnen Rathäusern, auf meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen ich auch einfach mal für ihren unermüdlichen Einsatz danken möchte. Und natürlich setze ich auf den Stadtrat, denn diese schwierigen Entscheidungen können nur im konstruktiven Miteinander sinnvoll getroffen werden.

Was wünschen Sie sich persönlich für 2015?

Faber-Wegener: Ab und an etwas mehr Zeit für meine Familie, auch etwas Muße für mich. Am wichtigsten ist, dass man gesund und in seiner Kraft bleibt. Dann lassen sich alle Probleme angehen. Das ist nach wie vor mein größtes Bestreben, auch in schwierigen Zeiten für unsere schöne Stadt die richtigen Weichenstellungen zu tätigen und sie und unsere Stadtteile positiv weiterzuentwickeln.