Hexenstreich in Ommersheim : Ortsvorsteher Piorko erfreut über „sinnvollen Hexenstreich“

In Ommersheim haben Unbekannte in der Hexennacht einen Zebrastreifen und eine „30“ auf die Hauptstraße in der Nähe der Kita gestrichen.

Ommersheim Auch der Gemeindebezirk Ommersheim ist in der Nacht von Montag auf Dienstag, Tag der Arbeit, nicht von Streichen verschont geblieben. „Hexen“ haben in der Walpurgisnacht ihre Kreativität bewiesen. Auf beinahe professionelle Art und Weise ist, quasi über Nacht, vor der Einfahrt zur neuen Kindertagesstätte nicht nur eine Tempo-30-Zone, sondern auch ein Zebrastreifen entstanden. Wer hinter dem Ganzen steckt, konnte die SZ nicht in Erfahrung bringen.

Das Thema erregt die Gemüter in „Ummaschum“. Im Vorfeld des 30. April habe es Gerüchte im Ort gegeben, dass „jemand“ etwas machen will. Irgendwie hatte offensichtlich niemand bei der Planung der Kita am Hüttenweg an eine Überquerungshilfe der Straße gedacht. Zudem gibt es auf der Seite, auf der sich die Betreuungseinrichtung befindet, gar keinen Bürgersteig. Eltern, die ihre Kinder zu Fuß hinbringen oder abholen, müssen aus der Ortsmitte kommend, zuerst auf die rechte Seite wechseln, da dort ein Fußweg existiert. Dann kommt die gefährliche Situation: Ein Überqueren ist nur schwierig möglich, da hier die Autos meist mit überhöhter Geschwindigkeit aus Richtung Assweiler/Ormesheim kommend, in den Ort hineinfahren oder auch auswärts nicht gerade langsam sind.

Wie Stephan Piorko (CDU) gegenüber der SZ mitteilte, habe er das Ortsschild bereits vor einiger Zeit weiter aus dem Ort hinaus platzieren lassen, damit hier zumindest Tempo 50 gilt. Das habe Geschwindigkeitsmessungen, da der Ort somit behördlich erst „weiter draußen“ endet, nun überhaupt erst ermöglicht, sagt der Ortsvorsteher. „Eine Tempo 30-Zone ist genauso zwingend, wie ein Zebrastreifen“, denkt Piorko. Auch gehöre hier ein Schild hin, das auf die Kita hinweist.

Zwischenzeitlich habe eine Verkehrsschau stattgefunden. Das heißt, Kreisverkehrs- und Ortspolizeibehörde, Ortsrat und Vertreter der Kindertagesstätte haben vor Ort die Situation näher in Augenschein genommen. Die Tempo-30-Zone kommt, der Zebrastreifen nicht, so das Ergebnis, über das der Ortsvorsteher nur über Umwege vom Personal der Einrichtung erfuhr. „Angeblich sei die Fußgänger-Frequenz nicht nachweisbar“, brachte der Ortsvorsteher gegenüber der SZ sein Unverständnis zum Ausdruck. Deshalb will er mit allen 117 Kindern und dem Personal einmal auf die eine und wieder zurück auf die andere Seite gehen. Das wäre dann eine Frequenz von 234 Verkehrsteilnehmern und der Beweis sei dann erbracht, hofft der CDU-Politiker. Der Ortsrat habe sich schon mehrfach mit dem Thema befasst. Der Streich sei streng genommen eine Sachbeschädigung. Aber es handele sich um einen „sehr sinnvollen Hexenstreich“, so der Ortsvorsteher mit einem Grinsen im Gesicht.

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