Herbstkonzert des Spiel- und Wanderclubs Niederwürzbach

Spiel- und Wanderclub Niederwürzbach : Sanfte Klänge mit samtweichem Gesang

Das Zupforchester des Spiel- und Wanderclubs Niederwürzbach hatte zu seinem Herbstkonzert eingeladen.

„Der Winter steht ins Haus. Wir haben einen ‚Sack‘ voll Melodien eingesammelt“, meinte Christine Eckstein-Puhl am Sonntagnachmittag in der Pfarrkirche St. Hubertus zu den Besuchern. Die Leiterin des Orchesters des Spiel- und Wanderclub Niederwürzbach konnte sich über einen guten Besuch des traditionellen Herbstkonzertes freuen. Ganz so winterlich war es an diesem Herbsttag noch nicht. Gar etwas mild. Dafür umso regnerischer.

Doch das Orchester setzt mit Recht auf Tradition. So trug das Konzert wieder das gleiche Motto, nämlich „Herbstkonzert mit Musik und Liedern aus aller Welt“. Der Name ist Programm. Wenn man auch den positiven Eindruck gewinnen konnte, dass die Veranstaltung gefühlt länger dauerte als sonst. Das Thema und die Hinführung dahin scheinen den Organisatoren wichtig. Die Orchesterleiterin, die auch moderierte, bemühte gar Rilkes „Herbsttag“, um die Konzertbesucher einzustimmen. Zum Auftakt kam ein Werk eines Komponisten zu Gehör, der sich „um die Zupforchester in besonderem Maße verdient gemacht hat“, so Christine Eckstein-Puhl: Konrad Wölki. Dessen „Wiener Konzert“, gleichsam die Eröffnung in das kurzweilige Programm, hatte sowohl besinnliche, als auch beschwingte Elemente. Eine gute Grundlage für Miwa Naito. Von dem Asiaten stammt die Okinawa-Suite, deren drei Sätze in Niederwürzbach präsentiert wurden und ein romantisches Morgenlied, die Vertonung eines japanischen Festes als auch ein Wiegenlied beinhalten. Dabei musizierten die Mitwirkenden nicht nur, sondern stampften auch mit den Füßen auf und riefen Laute, um so die besondere Authenzität des Werkes zu verdeutlichen.

„Der Winter geizt für gewöhnlich mit Sonnenschein“, kündigte die Moderatorin „Ain’t no sunshine“, den Klassiker von Bill Winters an. Dabei war der Titel damals nur die B-Seite einer Schallplatten-Single und erlangte dennoch große Berühmtheit. Die Besonderheiten in Niederwürzbach: Das Werk wurde, wie viele andere an diesem Konzertabend auch, vom Vereinmitglied Manfred Göddel arrangiert und von Marion Stolz gesungen. Deren samtweiche Stimme verlieh nicht nur diesem Werk in der Kirche an diesem Tag eine mehr als besondere Note. Eduardo Angulos „Suite Mexicana“ vermittelte mit ihren drei Sätzen eine Stimmung sowohl mit Nostalgie, als auch Schwermut, als auch das Unvermögen einer Dorfkapelle, die die Töne nicht trifft. Also im Stück, nicht das Niederwürzbacher Orchester. Das schafften die Musiker auch bei „PlanxtyO’Carolan“ des Komponisten Bruno Szordikowski. Vier Sätze, die sich mit dem Leben in Irland auseinandersetzen, und die teilweise mit dem Gesang von Marion Stolz das Salz in der Suppe erhielten. „Auch im grauen Herbst kann das Leben zarte Farben annehmen“, meinte Ansagerin Eckstein-Puhl zu „La vie en rose“, das mit einem mehr als langen Applaus bedacht wurde. Das war bei „Summertime“ und „Moon River“ nicht anders. „Ich komme jedes Jahr hierher. Es ist immer so schön beruhigend und heute hat der Gesang das noch verstärkt“, freute sich Johanna Weißmann aus St. Ingbert.

Mehr von Saarbrücker Zeitung