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Heimathistoriker legte einen uralten Kalkofen in Mimbach frei

Ein Kalkofenin Mimbach, der lange verschwunden blieb : Lange gesucht – und endlich gefunden

Heimathistoriker recherchierte gründlich und legte schließlich einen uralten Kalkofen auf Mimbacher Bann frei.

Christoph Schwarz ist ein umtriebiger Mensch – und an der Historie seiner Heimat außerordentlich interessiert. An einem trüben Wintertag machte er mit uns einen kleinen Spaziergang im Wald. Und das hat einen besonderen Grund. Denn der pensionierte Schuldirektor zeigt uns eine sehr interessante Entdeckung, der er lange hinterher recherchiert hat. In mühsamer Kleinarbeit hat er dann auch das beeindruckende Relikt freigelegt: einen Kalkofen. Was es damit auf sich, erzählt uns der gebürtige Mimbacher, der in der Nachbargemeinde Webenheim wohnt, in allen Einzelheiten.

Christoph Schwarz schickt voran, dass er seit der Erstauflage seines Buches „Dorfgeschichte“, das im Jahr 2014 erschien, dieses immer weiter fortschreibe, da es doch noch Einiges aus der Historie des Stadtteils zu erzählen gebe. Dazu gehöre auch der Mimbacher Kalkofen, der erstmalig 1547 erwähnt worden sei. Und dann auch von Tilemann Stella 1564, einem deutschen Gelehrten in der Zeit der Renaissance, in dessen Beschreibung der Gemarkung als „Born beym Kalkofen“. Deshalb habe er, Schwarz, mehrfach die älteren Bewohner von Mimbach befragt. Doch leider habe niemand Hinweise auf die genaue Lage des Kalkofens und der Quelle geben können. Erst eine Nachfrage bei Hans Reiter, dem Eigentümer des Freishauser Hofes, habe letztlich zum Erfolg geführt. Als Reiter die Wirtschaftsgebäude und die Ackerflächen des Hofes 1982 erworben habe, sei er vom damaligen, für den Staatsforst verantwortlichen, Förster Tussing verpflichtet worden, die Brunnenanlagen beim Kalkofen zu pflegen und zu sichern. Die Schächte seien damals mit Stahlplatten verschraubt und die vorhandene Tür des Sammelbeckens mit einem Schloss gesichert gewesen. Das Quellwasser habe im Übrigen ganz hervorragend geschmeckt.

Nach Übernahme des Freishauser Hofes vor 38 Jahren sei niemand mehr vor Ort gewesen. Und dann kam Christoph Schwarz, nachdem er den entscheidenden Tipp erhalten hatte: „Das Gelände“, erzählt er, „war total verwildert, durch Weißdornbewuchs, Brombeerhecken, umgestürzte Bäume und Gestrüpp fast unzugänglich.“ Doch sei er nun so gepackt gewesen, dass er sich zwei Tage lang durch das ungeheure Dickicht kämpfte, bis er tatsächlich fündig wurde: „Die gesamten Quellen und die Wasserversorgungsanlage wie auch der ehemalige Kalkofen mit den zugehörigen Steinbrüchen waren nun ,neu’ entdeckt.“ Die Quellen „Born beym Kalkofen“, so erläutert der 71-jährige Ruheständler des Weiteren, treten unterhalb des 364 Meter hohen „Kahlen Berg“ aus, der etwas westlich von der Gemarkung „Auf dem Mimbacher Bann“ liegt.

Der Standort des Ofens sei so gewählt worden, dass alles sich in der Nähe befand, was zum Kalkbrennen nötig war. Wasser war da, Brennholz auch, und an der Böschung zum Kahlen Berg fand man die Kalksteine. Kalk, sagt unserer Heimathistoriker, sei ein wichtiger Baustoff gewesen. Als Kalkmörtel wurde er beim Mauern verwandt und auch als Kalkputz. „Die Maler benötigten ihn zum Anmischen ihrer Farben, und die Bauern nutzten die Kalkbrühe zum ,Weißeln’ ihrer Ställe, um diese so zu desinfizieren – aber auch als Düngemittel für die Äcker.“ Den Mimbacher Kalkofen habe man nur durch mehrere Personen betreiben können – je nach Ausstoß seien es etwa zehn gewesen. Der Ofen, so Christoph Schwarz, „hatte einen Feuertunnel und darüber einen gemauerten Schacht, der mit Lehm ausgekleidet war. Dann sind zum Brennen die Kalksteine im Ofen über dem Feuertunnel drei bis fünf Meter hoch aufgestapelt worden. Das Bestücken dauerte etwa ein bis zwei Tage. Zwischen die Steine kamen einige Holzstämme, die nach dem Verbrennen Luftkanäle bildeten und die Hitze besser weiterleiteten. Der Brennvorgang dauerte bis zu 40 Stunden unter ständigem Nachlegen von Holz, so dass etwa 1000 Grad erreicht wurden.“

Herzlichen Dank, Herr Schwarz, für die interessante Geschichtsstunde. Und weil wir auch noch Ihr umfangreiches Buch über die Dorfgeschichte Mimbachs kennenlernen möchten, werden wir uns bestimmt im neuen Jahr wiedersehen.