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Heimat- und Verkehrsverein droht schon im Januar das Ende

Heimat- und Verkehrsverein droht schon im Januar das Ende

Wie es mit dem Heimat- und Verkehrsverein Niederwürzbach weitergeht, steht in den Sternen. Es droht das Aus, da der Club keinen Vorsitzenden findet. Ortvorsteherin Petra Linz stellt sich nicht zur Verfügung.

In diesem Jahr könnte der Niederwürzbacher Heimat- und Verkehrsverein (HVV) sein 60-jähriges Bestehen feiern. Könnte, denn im Moment sieht es nicht so aus, als ob der Verein weiterarbeiten kann. "Wenn sich kein Vorsitzender findet, wird der Verein mit der außerordentlichen Versammlung im Januar aufgelöst", hatte CDU-Ortsvorsitzender und noch HVV-Vorsitzender Michael Wons in der Generalversammlung der CDU im Dezember verkündet (wir berichteten). Er sei schließlich nicht mehr Ortsvorsteher, und damit könne er auch nicht mehr der HVV-Vorsitzende bleiben, argumentierte Wons. Es sei nicht einzusehen, warum sich die neue Ortsvorsteherin Petra Linz weigere, den Vorsitz des Vereins zu übernehmen. Rückblende: Der Verein war vor 60 Jahren von Kurt Hartz und seinen politischen und Vereinsweggefährten gegründet worden. Unvergessen geblieben sind die Heimat- und Strandfeste, die Vorläufer des späteren Weiherfestes. Die Ausrichtung dieser Großveranstaltung, die inzwischen sehr bekannte Kastanienwanderung, aber auch weniger erfolgreiche Veranstaltungen wie etwa "Country'n'Werzbach" (mit vermuteten finanziellen "Altlasten") gehörten zu den Aktivitäten des Vereins. "Aber nirgendwo ist festgehalten, dass der Vorsitz des HVV mit einem politischen Amt verknüpft ist. Das steht nirgendwo festgeschrieben und kann es auch nicht sein", stellt Petra Linz , jetzige Ortsvorsteherin, im Gespräch mit unserer Zeitung fest.

"Gerd Lang, Fritz Hauth, Leonhard Nieder oder Manfred Schröder waren in der Vergangenheit Vereinsvorsitzende, wobei keiner von ihnen Ortsvorsteher war", argumentiert Petra Linz . Das Hauptproblem für Linz indes ist die unklare finanzielle Situation: "In der Hauptversammlung wurde zwar die Kassiererin entlastet, aber es steht zum Beispiel noch der Jahresabschluss 2014 aus", stellt Linz fest.

Rechtsstreit wegen Weiherfest

Viele Fragen von ihr hätten nicht oder nur ungenau beantwortet werden können. So gebe es noch einen anhängigen Rechtsstreit bezüglich des Weiherfestes, auch stünden noch etliche unbezahlte Posten wie etwa die Energieabrechnung für das Weiherfest aus: "In einer solchen Situation bin ich nicht bereit, den Verein zu übernehmen", so der Standpunkt der SPD-Politikerin.

Sie vermutet ein "politisches Schwarzer-Peter-Spiel, unterstützt durch die CDU , bei der ich am Ende als Verliererin dastehen soll. Aber das mache ich nicht mit", so Linz unmissverständlich. Auch sei zum Beispiel nicht geklärt, wie es mit der vereinseigenen Immobilie (früheres Rotes-Kreuz-Haus, Bauhofgebäude) weitergehe, welche vor einigen Jahren von Albert Welsch gekauft worden sei.

"Auch hier ist alles noch ziemlich ungeklärt, bis auf die Tatsache, dass dieses Gebäude eine Menge Geld verschlingt", beklagt die Ortsvorsteherin. Und es sei auch "erstaunlich", dass aus der letzten Versammlung heraus keiner der Vereinsvertreter bereit gewesen sei, in einer neuen Vorstandschaft mitzuarbeiten.

Aber Linz unterstreicht auch, dass sie sich nicht vor der Arbeit drücke: "Wenn es gewünscht ist, könnten wir zum Beispiel eine Arbeitsgemeinschaft der Ortsvereine gründen, wie es in vielen anderen Stadtteilen gehandhabt wird", so die Ortsvorsteherin.