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Haus in Blieskastel abgebrannt: Familie verliert ihr ganzes Hab und Gut

Ein großes menschliches Drama in Blieskastel : Familie verliert ihr ganzes Hab und Gut

Brand in Alschbach: Stadt Blieskastel und der Dorfverein haben eine Spendenaktion ins Leben gerufen.

Beim Vollbrand eines Wohnhauses sind am Samstag, 30. Januar, gegen 11.30 Uhr die Löschbezirke Blieskastel-Mitte, Biesingen und Webenheim in den Stadtteil Alschbach alarmiert worden (wir berichteten). Hinter diesem Einsatz verbirgt sich ein Drama, wenn auch niemand zu Schaden kam. Aber dazu später.

Noch vor Eintreffen der ersten Löschmannschaften, so Wehr-Pressesprecher Marco Nehlig, stand das Wohnhaus in dem – entgegen erster Pressemeldungen – eine mehrköpfige Familie wohnte, in Vollbrand. Unsere Zeitung hatte berichtet, dass die Immobilie nicht bewohnt gewesen sei. Der von weitem sichtbare Feuerschein zeigte den Einsatzkräften den Weg zur Brandstelle. An das betroffene Haus ist ein weiteres Wohnhaus direkt angebaut, und es stand zu befürchten, dass auch dieses Feuer fing. Die Flammen schlugen bereits aus dem Dachstuhl und aus den Fenstern im Obergeschoss. Das Feuer hatte auch schon auf das Erdgeschoss übergegriffen, aus der Haustür schlugen massiv die Flammen heraus. Nur durch den Einsatz der neuen Drehleiter konnte ein Übergreifen der Flammen auf das angebaute Gebäude verhindert werden.

„Als wir ankamen, war der Hausbewohner mit einem Sohn bereits draußen, wir konnten uns somit auf die Brandbekämpfung konzentrieren. Im Nachbarhaus befand sich noch eine pflegebedürftige Person, die wir sofort ins Freie gebracht haben, da die Gefahr der Brandausbreitung sehr groß war. Dazu mussten wir die Tür gewaltsam öffnen“, so Einsatzleiter Peter Wachs.

Die Feuerwehr rettete, wie ebenfalls berichtet, unter schwerem Atemschutz noch vier Kaninchen aus dem Brandgebäude. Alle kleinen Nager hatten – zwar nach Rauch riechend und klatschnass – glücklicherweise überlebt.

Die Löscharbeiten gestalteten sich besonders schwierig. Durch die massive Brandausbreitung musste ein erster Innenangriff abgebrochen werden, weil die Rettungskräfte bemerkt hatten, dass die Decken nachgeben. So war das wichtigste Brandbekämpfungsmittel die Blieskasteler Drehleiter. Gezielt konnten mit einem C-Rohr der Drehleiter von oben die einzelnen Glutnester angefahren werden. Trotzdem zogen sich die Nachlöscharbeiten bis 17.30 Uhr hin. Auch am späten Abend und in der Nacht sowie am nächsten Morgen wurde durch die Feuerwehr jeweils eine Brandnachschau durchgeführt.

Der Bürgermeister der Stadt Blieskastel, Bernd Hertzler, eilte ebenfalls zur Einsatzstelle. „All unseren Feuerwehrleuten ein herzliches Dankeschön. Neben dem Löschbezirk Blieskastel-Mitte waren auch noch Kameraden aus Biesingen, Niederwürzbach, Webenheim und Breitfurt mit fast 80 Feuerwehrleuten im Einsatz. Es war kein einfaches Unterfangen, zumal die Begleitumstände wie die engen Straßenverhältnisse, die geschlossene Wohnbebauung und auch die kalte Witterung mit Dauerregen die Arbeiten sehr erschwerten. Alle Feuerwehrleute waren sozusagen ,klatschnass’. Da gilt ein hoher Respekt vor der großen Motivation und der professionellen Arbeit der Brandbekämpfer“, so Hertzler.

Die mehrköpfige Familie, die ihr ganzes Hab und Gut verloren hat, gelte es nun zu unterstützen, so der Chef im Rathaus. Das Gebäude wurde durch das Feuer komplett zerstört und ist nicht mehr bewohnbar. Der Dorfverein Alschbach hat bereits zu Spenden aufgerufen. „Wenn auch Sie der Familie unsere Solidarität und Unterstützung zukommen lassen wollen, hier das dafür eingerichtete Spendenkonto: Dorfverein Alschbach, Kreissparkasse Saarpfalz, IBAN: DE46 5945 0010 1030 1199 01; Verwendungszweck: Wohnhausbrand Alschbach“, so der Bürgermeister abschließend. Derweil wird die Brandursache noch ermittelt.

Noch eine kleine Nachfrage bei der Feuerwehr: Wie sieht es nach den vielen Regenfällen der letzten Tage mit der Hochwassergefahr aus? Der Pegel sei aktuell am fallen, hieß es dazu am Montag. Die kritische Grenze liege bei 2,95 Meter, derzeit aber sei der Pegel bei 2,06 Meter. Im Übrigen, so erfährt man auch, sei bei Hochwasser immer zuallererst die Bleichstraße in Webenheim in Gefahr. Am frühen Nachmittag war die Blies dann wieder zurück in ihr Bett „geklettert“. Nichts mehr war zu sehen vom großen See drumherum, wie er sich noch am Sonntagnachmittag darstellte. Was die Pegelstände im Saarland, respektive an der Blies angeht, so hilft ganz prima folgende Seite im Internet weiter:

Am Montagnachmittag lag die Blies wieder friedlich in ihrem Bett. Am Sonntag, nach tagelangen Regenfällen, sah die Hochwasserlage hier allerdings noch recht dramatisch aus. Foto: bla

www.umweltserver.saarland.de/extern/wasser/pegelhmd.htm">