Harmonisch, rhythmisch, gut

Blieskastel. Alle Sitzgelegenheiten im Veranstaltungsraum der Blieskasteler Orangerie waren am vergangenen Sonntagnachmittag belegt, als das Jugend-Ensemble des Orchestervereins Lautzkirchen das im Rahmen der Saarpfälzischen Musiktage stattfindende Konzert eröffnete

Blieskastel. Alle Sitzgelegenheiten im Veranstaltungsraum der Blieskasteler Orangerie waren am vergangenen Sonntagnachmittag belegt, als das Jugend-Ensemble des Orchestervereins Lautzkirchen das im Rahmen der Saarpfälzischen Musiktage stattfindende Konzert eröffnete. Mit vier kleineren Stücken von Jan de Haan stimmte das Jugend-Ensemble auf die Darbietungen der insgesamt acht Preisträger des Landeswettbewerbs "Jugend musiziert" ein. Darauf folgte mit "A Minute of News" von Eugene Novotney ein expressives Percussion-Solo von Manuel Becker, der im vergangenen Jahr mit seinem Schlagzeug-Ensemble einen ersten Preis beim Musizierwettbewerb erzielen konnte. Darüber hinaus präsentierte Manuel auf seinem Marimbaphon das Stück "Stout Sonata" von Eckhard Kopetzki. Ein harmonisches Stück, das durch die stetigen, in schneller Abfolge ausgeführten Schläge eine interessante rhythmische Wirkung erzielte. Interessante Wirkungen hatte auch die Darbietung zweier Brüder. János Adrat (16) spielt seit fünf Jahren Trompete, und sein Bruder Julian Adrat (19) spielt schon seit fast zehn Jahren Klavier. Und die ins Musizieren investierte Zeit hat sich offensichtlich ausgezahlt. Beide haben schon mehrfach beim Wettbewerb "Jugend musiziert" erste Plätze erringen können, und beide konnten dem Publikum an diesem Tag mit "Légende" von George Enesco und dem dritten Satz aus der Sonate für Trompete und Klavier von Eric Ewazen zwei anspruchsvolle Stücke präsentieren, die sie durchweg sauber und gefühlvoll zu interpretieren wussten. Modern im Ausdruck, mit überwiegend molligen Harmonien und stellenweise expressionistischem Charakter waren die Stücke ein durchweg interessantes Hörerlebnis. Bei Michelle Kaspers Auftritt wurde es dann zumindest was die Harmonik angeht wieder etwas klassischer. Sie begeisterte das Publikum mit ihrer lauten Mezzosopran-Stimme, mit der sie vier kleinere Stücke aus verschiedenen Musicals darbot. Ohne Mikrofon, aber mit guter Bühnenpräsens, sang sie unter anderem "Im Grünen Irgendwo" aus "Der Kleine Horrorladen" und "Der Hit jeder Party" aus "The Wild Party", wobei sie sich auch durch das klingelnde Mobiltelefon eines nicht sehr umsichtigen Zuhörers nicht aus der Ruhe bringen ließ. Auch die 14 Jahre alte Tamara Steinmetz ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und präsentierte auf ihrer Klarinette ein paar kleinere, aber anspruchsvolle Stücke. In allen Lagen sauber spielend, mit virtuosen Läufen und Trillern, schaffte auch sie es, dem Publikum einen begeisterten Applaus zu entlocken. Ebenso wie das letzte Ensemble dieses Tages. Pierre Hubertus, Andreas Lorson und Tanja Voigt präsentierten als Zupfensemble drei nicht ganz einfach zu spielende Stücke für Mandoline, Mandola und Gitarre. Die zum Teil leichtfüßigen, zum Teil kämpferischen, zwischendurch asiatisch und orientalisch anmutenden Melodien wurden durchweg sauber und klar gespielt. Rhythmisch und sauber, begeisterte auch ihre Vorstellung.

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