Handwerker der Nächstenliebe

Neu-Priester Peter Heinke feierte in St. Barbara das feierliche Primiz-Hochamt.

Am Samstag wurde Peter Heinke in Speyer von Bischof Karl-Heinz Wiesemann zum Priester geweiht, am Sonntag feierte Heinke in seiner Heimatpfarrei St. Barbara Blickweiler das feierliche Primiz-Hochamt. Zuvor wurde der Primiziant von Priestern, angeführt von Pater Adam und Messdienern, am Haus der Eltern Hildegunde und Karl-Heinz abgeholt und mit Unterstützung des Musikvereins Ballweiler zur Kirche geleitet, wo Peter Heinke seine ersten Gottesdienst zelebrierte. Nachhaltig die Festpredigt von Wallfahrtsdirektor Volker Sehy. Zum Abschluss gab es den päpstlichen Segen, denn dies ist einem Neupriester seit 1964 möglich und mit einem vollkommenen Ablass verbunden. Eindrucksvoll mit hervorragendem Gesang umrahmt und abgeschlossen mit dem gemeinsam gesungenen Te Deum wurde das Primizamt vom Projektchor (Leitung Christoph Nicklaus).

Vom Altarraum aus gab es Glückwünsche. Für den Landtag gratulierte dessen neues Mitglied Jutta Schmitt-Lang, die herausstellte, dass es Menschen wie Peter Heinke gebe, die eine Berufung zu Gott annehmen. Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegner bezeichnete die Primiz als ein Fest, das die Pfarrgemeinde mit Freude erfülle. "Peter Heinke hat keinen einfachen Beruf gewählt, denn, salopp formuliert, ist der Priester ein Handwerker der Nächstenliebe. Daher wünsche ich dem Neupriester, dass er stets ein offenes Ohr und eine helfende Hand findet", so die Verwaltungschefin. "Wir von der Pfarrgemeinde St. Barbara sind stolz auf dich", betonte Christian Wilhelm. "In Deutschland ist es selten, dass eine Primiz Anlass zum Feiern gibt. Ich glaube auch nicht, dass die Christen in Europa vom Aussterben bedroht sind oder den Glauben an Gott verloren haben." Die drei "G", nämlich Glaube, Gesundheit und Gottes Segen, wünschte Udo May im Namen des Pfarreirates, und die Grüße der Bevölkerung überbrachte die stellvertretende Ortsvorsteherin Isabel Schorr. In gemütlichem Rahmen wurde danach rund um Kirche und Pfarrheim das erste gemeinsame Pfarrfest gefeiert, die Besucher nutzten dies zu Gesprächen mit Peter Heinke, der gegenüber unserer Zeitung betonte: "Geboren bin ich in Zweibrücken, aufgewachsen in Blickweiler. In den Glauben und das kirchliche Leben wuchs ich bereits als Kind hinein. Zunächst über meine Oma Maria, dann als Messdiener bei Pfarrer Kast und über die Franziskaner-Minoriten im Kloster Blieskastel, wo ich mich in der franziskanischen Jugendarbeit engagierte".

Der Weg zum Priesterberuf führte ihn nicht über ein großes Berufungserlebnis, sondern über einen Prozess mit vielen Wege-Gabelungen. ,,Die Pflege meiner schwer kranken Oma etwa brachte mir als junger Mensch tiefe Erfahrungen in der Frage nach einem sinnerfüllten Leben." Theologisch sei er um breite Aufstellung bemüht, sein besonders Interesse gelte der Dogmatik.

"Theologie darf dabei kein leeres Gehäuse sein, sondern sie hat ihre Berechtigung nur mit Bezug auf das Leben der Menschen." Sein Dank galt den Helfern des Primiz- und Pfarrfestes. So waren von den älteren Helfern Georg Bubel, Felix Klahm, Thomas Toussaint und Udo May im Einsatz sowie die tüchtigen Frauen des Caritasausschusses.

Zum Thema:

Peter Heinke, 28, nach Abitur Theologiestudium in Münster, nach dem 6. Semester Eintritt ins Priesterseminar Speyer, Studium in München mit Praktikum in der Obdachlosenhilfe der Benediktiner. Während des Pastoralkurses Diakon in Grünstadt, ab Juli Pfarrer in Pirmasens. Mit sechs Priestern war der Speyerer Weihejahrgang 2017 der stärkste seit Jahren. Die Zahl wird zurückgehen, denn in den 27 deutschen Bistümern werden in diesem Jahr nur 76 junge Männer zu Diözesanpriestern geweiht.