Blieskastel Die Gollensteinhütte hat wieder geöffnet

Blieskastel · Der Pfälzerwald-Verein Blieskastel hat für seine Ausflugs-Gaststätte eine neue Pächter-Familie gefunden. Jessie und Sascha Platte begrüßen jetzt die Gäste.

Die Gollensteinhütte ist mit neuen Pächtern wieder geöffnet.

Die Gollensteinhütte ist mit neuen Pächtern wieder geöffnet.

Foto: Hans Hurth​

Nach der Winterpause ist die Gollensteinhütte, das Vereinsheim der Ortsgruppe Blieskastel des Pfälzerwald -Vereins (PWV) wieder geöffnet. Mit Jessie und Sascha Platte aus Zweibrücken begrüßen neue Pächter die Gäste, die dabei hoch über Blieskastel einen tollen Fernblick ins Biossphärenreservat Bliesgau erleben. „150 Personen finden in der Gollensteinhütte und der Terrasse Platz, eine Erweiterung dieser Kapazitäten bei Veranstaltungen ist möglich“, erzählt unserer Zeitung der Vorsitzende des PWV, Günter Bosslet. Wanderer und Kurgäste dürfen sich freuen, denn die Hütte ist an fünf Tagen in der Woche geöffnet, neben Bettina Lindauer, der Mutter der Pächterin, in der Küche sind auch die drei Töchter als Servicekräfte dabei. Angeboten werden typische Wandermahlzeiten wie Leberknödel, Wurstsalat mit Bratkartoffeln, Schwartenmagen mit Kümmelweck, Frikadellen, Ofenkartoffeln mit Quark, Salatteller und Laugengebäck sowie Kaffee und Kuchen. „Premiere hat die erfrischende Weißherbst- und Weißweinschorle direkt aus dem Zapfhahn im Pfälzer Dubbeglas“, sagt das PWV-Ehrenmitglied Hans Cappel, bekannter Blieskasteler Heimatkundler.

 Im Eingang zur Gollensteinhütte begrüßen (von links) die Vorsitzenden Günter Bosslet und Nicole Schmitt die neuen Pächter Sascha und Jessie Platte, Küchenchefin Bettina Lindauer, dabei auch PWV-Ehrenmitglied Hans Cappel und Kassenwart Ernst Welsch.

Im Eingang zur Gollensteinhütte begrüßen (von links) die Vorsitzenden Günter Bosslet und Nicole Schmitt die neuen Pächter Sascha und Jessie Platte, Küchenchefin Bettina Lindauer, dabei auch PWV-Ehrenmitglied Hans Cappel und Kassenwart Ernst Welsch.

Foto: Hans Hurth​

Ein „Gollenstein-Hüttenblick“ zurück: Zuvor stand auf dem Platz in der Nähe des Wallfahrtsklosters die alte Schutzhütte, eingeweiht am 1. Juni 1930. In der Nacht zum 15. Dezember 1975 dann eine bittere Stunde, denn die Schutzhütte brannte durch ein Feuer komplett nieder. Doch schon im folgenden Frühjahr gingen engagierte Mitglieder des PWV an den Bau der heutigen Gollensteinhütte. Horst Hühner als Bauleiter, Erich Walch, Heinz Striegel als Organisationsleiter, Adam Klammes und Hans Korn als Mann für alle Fälle legte sich besonders ins Zeug, wie die Chronik verrät. Am 21. Mai 1977 wurde die schmucke Hütte öffentlich übergeben, in den 47 Jahren ist sie immer wieder gern besuchter Treffpunkt. Stolz ist der PWV Blieskastel, dass mit Otto Ferdinand Link, bekannt als „Linke-Babbe“, ein gebürtiger Blieskasteler, die große Wanderbewegung der Pfälzerwald-Vereine im Dachverband Neustadt 1903 gründete. „Der Kaschtler und Initiator der Wanderbewegung ist in der Pfalz bei den Wanderern so bekannt wie unter den Katholiken unserer Nachbarn der Bischof von Speyer“, hat Wanderfreund Hans Cappel bei seinen vielen Wanderungen ausgemacht, und Cappel weiß auch den Grund: „Link hat sich mit einem Foto, aufgenommen bei der allerersten PWV-Wanderung am 18. Januar 1903 in Ludwigshafen, bei allen Wanderern eingeprägt. Vor allem, weil er dort erstmals den noch heute gültigen Wandergruß Waldheil ausrief.“ 1982 wurde die Idee geboren, an dem Sandstein vor der Gollensteinhütte eine Gedenkplatte für den „Linke- Babbe“ anzubringen. „Steinbildbauer Gerd Abel aus Niederwürzbach übertrug das Angesicht von Otto Ferdinand Link von einer normalen Postkarte auf den schönen Sandstein. Das Werk kann sich sehen lassen“, merkt Cappel an. „Otto Ferdinand Link wurde 1868 als Sohn eines Bierbrauers geboren, sein Großvater war Bürgermeister von Blieskastel. Der Name Link dieses Stammes kommt heute im Bliestal nicht mehr vor. Ältere Bürger erinnern sich noch an ein Kolonialwarengeschäft dieses Namens im Anwesen der heutigen Ratsapotheke“, weiß Hans Cappel. „12 000 markierte Wanderwege lassen heute die Heimat für alle Generationen leicht zu Fuß erkunden. Einige Wege, so der Jakobsweg, führen auch nach und über Blieskastel. Da trifft es sich gut, dass unsere Gollensteinhütte wieder als Einkehr zur Verfügung steht“, freut sich Günter Bosslet.

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