Traktor: Für den Schrottplatz einfach viel zu Schade

Traktor : Für den Schrottplatz einfach viel zu Schade

Beim mittlerweile siebten Traktorentreffen in Biesingen konnten insgesamt 58 Old- und Youngtimer-Traktoren bestaunt werden.

In die siebte Auflage ging das Traktorentreffen der Biesinger Traktorenfreunde. Die Schlepper- Fans kamen auf ihre Kosten, denn 58 Old- und Young - Timer aus der Region tuckerten über die Wiese am Ende der Münchwiesenstraße. Max Gerber und Oliver Joas hatten die Idee zu einem ersten Treffen der Hobbyfahrer.

„Damals stellten wir fest, dass es bei uns im Ort 31 Besitzer von großen und kleinen Traktoren gibt, da bot sich ein Erfahrungsaustausch geradezu an“, erinnert sich Max Gerber im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Treffen sprach sich rum. Bei der siebten Zusammenkunft legten Fahrer aus Bliesransbach, Ensheim, Oberauerbach und Bliesmengen-Bolchen die weiteste Anreise mit ihren herausgeputzten Oldies zurück. Knatternd fanden die 58 Schlepper aus zahlreichen Epochen den Weg zum Aufstellplatz, boten ein buntes Bild und wurden von den Besuchern bestaunt. So der Klöckner- Deutz, 24 PS-stark und Baujahr 1957 von Otmar Germann.

Der pensionierte Polizeibeamte nutzt seine Leidenschaft und entsorgt wie die meisten Biesinger mit seinem Gefährt Heckschnitt, fährt Kaminholz bei und liefert Äpfel beim OGV mit seinem neuen Vorsitzenden Werner Lauer ab. Gut stand er da, der 1958er Kramer von Thorsten Heyd, 18 PS unter der Haube und zur Feier des Tages gar geschmückt mit einem Blumenstrauß. Ein Liebhaber und Sammler von Treckern ist Nils Heinen, denn der Blieskasteler war gleich mit sieben Fahrzeugen vertreten. Einen 64er Fendt hat Heinen in Bayern gekauft, dieser ist mit einem Heuwender ausgestattet und trägt die weiß- blaue Aufschrift: „Ohne Bauernstand leidet unser Bayernland“.

„Ein wenig handwerkliche Begabung sollte schon vorhanden sein, denn irgendwo und irgendwie, ist ja klar, fehlt es oft bei den Oldtimern“, sagte uns Biesingens Vorsitzender Karlheinz Hubert, der gemeinsam mit Schriftführer Michael Wagner und Michael Matzanke federführend das Treffen organisierte. „Unser Verein mit seinen 34 Mitgliedern steht während des Jahres in festem Kontakt zu anderen Trecker -Freunden. Die genseitigen Besuche und Fachgespräche gehören dazu, lassen das ganze zum Familientreffen werden“, freute sich Karlheinz Hubert. Ein Trend sei festzustellen. „Immer mehr Traktorenfreunde schaffen sich zusätzlich alte Anbaugeräte wie Heuwender oder Maishäcksler an, um auch diese Geräte zu erhalten. Denn für den Hochofen sind sie zu schade“, stellten Hubert und Wagner heraus. In Biesingen gehört die Segnung der Fahrzeuge durch Pater Jozef dazu. Premiere hatte die Wahl des schönsten Traktors.

Dies war der Deutz F 2, L 612 von Besitzer Nico Wesely, von 1953 bis 1958 fanden mehr als 13 000 Exemplare dieses Typs eine zufriedene Zielgruppe. Ein Dank zum Abschluss galt Oliver Joas, Timo Vogelgesang und Annette Weinmann für ihre tatkräftige Unterstützung. Beim nächsten Treff der Kulturgeschichte der Trecker werden wohl alle wieder dabei sein, denn Traktorenfreunde sind mit ihrem liebsten Stück nimmermüde mit großen Schlepper- Herz unterwegs.