Frischer Wind in Blieskastel

Die Rückkehr der Bliesgaumesse in die Innenstadt war die richtige Entscheidung, das konnte man auch in diesem Jahr wieder feststellen – in Gesprächen mit Händlern und mit den Besuchern. Rückenwind lieferte eine Wirtschaftsstudie.

. Es war Heino Klingen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes und Schirmherr der diesjährigen Bliesgaumesse, der den Begriff prägte: "Mister Messe" nannten sie ihn immer wieder. Jenen Georg Becker, der die Messe wieder in die Stadt holte. Er ist sicherlich nicht der "Vater" der Bliesgaumesse, aber alle Anwesenden bei der Messeeröffnung waren in ihrem Urteil klar: Nach Jahren, in denen die Messe rund um das Freizeitzentrum sozusagen "abgenutzt" schien, ihre Zukunft offen war, gab es nur noch einen Weg: Zurück in die Innenstadt, kombiniert mit einer riesigen Autoschau und in Zusammenarbeit mit dem Verein für Stadtmarketing auch einem verkaufsoffenen Sonntag.

Bei (noch) strahlendem Wetter bei der Messeeröffnung am Samstagvormittag also nur zufriedene Gesichter, und so sollte es auch bleiben. Schließlich machten die angekündigten Unwetter mehr oder weniger einen großen Bogen um die Messestadt, so dass man auch im Freien keinen größeren Schaden zu beklagen hatte. Die Zahl der Aussteller auf einem neuen Rekordhoch: Insgesamt 118 Betriebe zeigten ihre Produkte und Dienstleistungen, da gab es alles was das Bliesgau-Verbraucherherz begehrte.

Vom Staubsauger bis zur neuen Hausbedachung, von den Banken bis zu den Dienstleistungen des Saarpfalz Kreises, vom Kaminofen bis zur Akkumotorsäge: Die Betriebe der Region zeigten im Bliesgau-Schaufenster ihre Leistungsstärken. Aber zurück zur Eröffnung: Ganz aktuell zitierte Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener die am Morgen in der Saarbrücker Zeitung veröffentlichte Studie, wonach der Saarpfalz-Kreis die besten Noten der saarländischen Regionen erhalten hatte: "Der Region geht es gut", stellte die Bürgermeisterin deshalb auch heraus.

Zudem lobte sie ebenfalls das Engagement von "Mister Messe" Georg Becker, der "die Herausforderung vor Jahren angenommen hat und die Messe letztlich wieder zum Erfolg geführt hat", so ihr Lob. Der Schirmherr - auch er bezog sich in seinem Grußwort mehrfach auf die aktuelle Ausgabe der Saarbrücker Zeitung - sprach vom "Rückenwind der Konjunktur", schlug den Bogen von den Tarifabschlüssen bis hin zur Neuordnung der saarländischen Finanzen. Er sieht Blieskastel als Kommune in einer "Vorreiterrolle", man verschlanke die Personalstruktur, sei mit vorn bei der interkommunalen Zusammenarbeit und auch die städtische Steuerpolitik sei bei Grund- und Gewerbesteuern auf dem ziemlich richtigen Weg. Aber er gab der Verwaltungschefin auch noch ein paar Anregungen mit auf den Weg: Man solle sich bemühen, an einigen Stellen in der Stadt freien Internetzugang zu ermöglichen.

Das steigere die Attraktivität der Stadt vor allem auch bei jüngeren Leuten. Auch bei der Sanierung des Hinnerecks sollten alle Fördertöpfe genutzt werden, damit dieses Kleinod saniert werden könne. Und dann aktuell zur Berichterstattung der SZ am Morgen: "Das Herz der Biosphäre schlägt in Blieskastel ", unterstrich der Schirmherr. Also sei auch Blieskastel der richtige Standort für das Biosphärenhaus. Und nach diesen klaren Ansprachen zur Messeeröffnung gab es nach kurzem Smalltalk dann den obligatorischen Messerundgang.

Die Messe erstreckte sich von der Bliesgaufesthalle mit Messezelt nebenan über die alte Markthalle, Paradeplatz bis hin zum Luitpoldplatz. Und neben den Angeboten der Gewerbetreibenden gab es auch reichlich Kulinarisches und unterhaltsame Musik. Man darf gespannt sein, wer sich nach dem Rückzug von Georg Becker in den Ruhestand im kommenden Jahr um den Titel "Mister Messe" bewerben darf.