Friedliche Klänge erfüllen die Kirche

Friedliche Klänge erfüllen die Kirche

Das Große Orchester des Musikvereins Ommersheim gab am Sonntag ein Konzert in der Kirche in Aßweiler. Passend zur Passionszeit lautete das Thema „Et in Terra Pax“(„Friede auf Erden“). Die Aspekte Frieden und Rücksicht zogen sich wie ein roter Faden durch das Konzert.

So einiges war anders als sonst beim Konzert, welches das Große Orchester des Musikverein Ommersheim (MVO) am vergangenen Sonntag gab. Stammbesucher fragten sich, wieso man ausgerechnet einen Termin kurz vor Ostern statt eines Frühjahrstages gewählt hatte.

Zeit zum Innehalten

Und genau das war der Grund: Die Passionszeit bildete den idealen Anlass für "Et in Terra Pax", was "Friede auf Erden" bedeutet. Die Fastenzeit eignet sich gut zum Innehalten, zum Besinnen und, um auf das aktuelle Zeitgeschehen zu blicken. Dazu passend hatten sich die Musiker alle in Schwarz gekleidet und somit auf die sonst übliche dunkelblaue Orchesteruniform verzichtet. In Kombination mit dem verhüllten Jesus am Kreuz über dem Altar zeigte man so auch äußerlich, dass man es mit Motto und Anlass Ernst meinte.

Und dann war da noch der ungewöhnliche Ort der Aufführung. Wie Moderator Marc Bauer zu Beginn erklärte, habe - trotz mehrmonatiger Vorbereitungen - die Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in Ommersheim nicht zur Verfügung gestanden. Als Grund sei dem MVO die Fastenzeit genannt worden. Pater Adam Stasicki von Maria Himmelfahrt habe daraufhin den Musikern das Gotteshaus in der Nachbargemeinde zur Verfügung gestellt.

Die Aspekte Frieden und Rücksicht zogen sich quasi wie ein roter Faden durch das Konzert, welches unter der Leitung von Stefan Weber stand.

Bereits zu Beginn setzte man ein Zeichen mit Johan de Meijs Werk "La Quintessenza". Die sowohl dramatischen, als auch lebensfrohen Züge des Werkes zeigten, dass es die Ommersheimer ernst meinen mit dem Hinweis auf Hunger und Katastrophen. Mit "Out of Africa", der Filmmusik von "Jenseits von Afrika", nahm Marc Bauer gar in seiner Ansage Bezug zu den eritreischen Flüchtlingen in Ommersheim. Mit dem Symbol für den Osterfrieden, dem Stück "Intermezzo Sinfonico" aus der Oper Cavalleria Rusticana, wollten die Musiker darauf hinweisen, das täglich 17 000 Kinder an Hunger sterben.

Durch den Konzert-Leitgedanken "Et in Terra Pax", einem Stück von Jan van der Roost, zeigte die Ommersheimer vor allem durch den Sprechanteil, wie wichtig ihnen die Botschaft ist.

Gedenkminute eingelegt

Den "Canterbury Choral" hatten sie den Opfern des Germanwings-Absturzes gewidmet und legten für diese mit dem Publikum eine Gedenkminute ein. Gedacht wurde auch indirekt der Tsunami-Opfer von 2011. Komponist Philip Sparke spendete den Opfern seither die Tantiemen aus seinem dafür komponierten Werk "The Sun will Rise again". Die Konzertbesucher zeigten sich am Ende, trotz oder womöglich gerade wegen des ernsten Anlasses, beeindruckt und artikulierten dies durch stehende Ovationen.

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