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Blickweiler: Friedensglocke nach Märtyrern benannt

Blickweiler : Friedensglocke nach Märtyrern benannt

In einem Gottesdienst in Blickweiler standen Märtyrer aus Peru im Blickpunkt. Im Gebet will man monatlich Gott um Frieden bitten.

In einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Barbara Blickweiler benannte die Pfarrei Heiliger Franz von Assisi Blieskastel die unter der Empore stehende stillgelegte Glocke nach zwei selig gesprochenen Märtyrern aus Peru. „Wir möchten damit ein Zeichen für die Welt setzen, für Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit, denn diese Glocke dient unserer Pfarrei seit kurzem als Friedensglocke“, betonte bei der Weihe Pfarrer Pater Hieronim. „Wir bitten dabei im Friedensgebet einmal monatlich Gott um Frieden, denn niemand ist stärker in Macht und Kraft als Gott, um Frieden zu geben. Und die Gemeinde zeigt durch ihr Gebet, dass Frieden möglich ist“, so Pater Hieronim. Gekommen zur Feier waren neben 100 Gläubigen auch Pater Adam, der frühere Guardian des Klosters Blieskastel, und Pater Rafal aus Peru. „Michal Tomaszek (1960-1991) und Zbigniew Strzalkowski (1958-1991) waren junge Missionare der Franziskaner-Minoriten der Krakauer Provinz. Nach nur zwei Jahren Tätigkeit für die Menschen in dem kleinen Ort der peruanischen Anden Pariacoto wurden sie am 9. August 1991 von Terroristen des Sendero Luminoso (,,Leuchtender Pfad“) erschossen. Die Guerilleros begründeten die Ermordung der beiden Brüder damit, dass sie das Volk betrügen, weil sie Hilfsgüter der Caritas verteilen, das sei Imperialismus. Durch den Rosenkranz, die Verehrung der Heiligen, die heilige Messe und die Bibellektüre würden sie Frieden predigen und die Leute einschläfern“, erklärte Pater Rafal. Die Märtyrer wurden in der Kirche von Pariacoto bestattet und am 5. Dezember 2015 in Chimbote in Peru selig gesprochen.

„Ich freue mich, dass die Glocke die Namen meiner Mitbrüder bekommen hat. Ihre Stimme wird durch die Glocke weiterklingen. Die Patres Michal und Zbigniew haben in schwieriger, unsicherer politischen Lage in Peru die Botschaft Christi verkündet, Arme und Bedürftige unterstützt, Kranke zu Hause besucht und notwendige Hilfe geleistet. Allein 72 Kapellen gibt es noch in ihrer ehemaligen Pfarrei. Ihre Träume sind durch den Tod als Märtyrer gebrochen worden. Wie in Blickweiler hat auch in Peru, selbst in tausenden Metern Höhe, die Glocke große Bedeutung für die Gemeinde“, wusste der Geistliche. Beim anschließenden weltlichen Gespräch im Pfarrheim bestand Gelegenheit, sich bei Pater Rafal zu informieren. Aus eigener Erfahrung bei einer Rundreise im letzten Jahr wusste Heiner Herzog (70) Interessantes aus Peru zu berichten. „Die Leute ernähren sich hauptsächlich von Kartoffeln, von den Erdknollen gibt es immerhin 3000 Sorten in dem südamerikanischen Land, das von Armut, aber auch von großer Freundlichkeit der Bewohner geprägt ist“, hat das Mitglied der Pfarrgemeinde festgestellt.