FranceMobil in der Gemeinschaftsschule Gersheim

France - mobil : FranceMobil zu Gast in der Gemeinschaftsschule Gersheim

() „J’aime le food et le chcololat et j’habite à Strasbourg“, damit schlug die 25-jährige Französin Marion Kleber die Brücke zu ihren jungen Zuhörern in der Gemeinschaftsschule Gersheim. Die gebürtige Colmarerin, die Studienzeit in Strasbourg, Berlin und Reykjavik verbrachte, ist seit September mit dem FranceMobil in Kindertagesstätten, Grund-, Real-, Gemeinschaftsschulen, aber auch in Gymnasien und Berufsschulen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland unterwegs.

„Ich habe bisher rund 50 Einrichtungen besucht und werde bis zum Schluss, Ende Juni, noch über zehn anfahren“, berichtete die Elsässerin, deren Leidenschaft es ist die französische Kultur, Film und Gastronomie mit Jugendlichen zu teilen. Vera Leinenbach, Koordinatorin unter anderem für Französisch-bilingual in der Gersheimer Schule zuständig, sprach von einem sympathischen Kontakt, und einer problemlosen Koordination. „Die Vermittlung lief über das deutsch-französische Jugendwerk. Wir fanden das Angebot von FranceMobil schön und haben uns überlegt, dass wir das Angebot mit den unseren Sechser- und Fünferklassen durchführen“.

Mit dabei seien auch zwei Klassen gewesen, deren Schüler Englisch als erste Fremdsprache gewählt haben. „Das FranceMobil soll ihnen helfen, sich vielleicht im nächsten Schuljahr für Französisch zu entscheiden“, so die Pädagogin. In der Gersheimer Gemeinschaftsschule, wo das FranceMobil Premiere feierte, lernen die Hälfte der Schüler Französisch als erste Fremdsprache. Profitiert dabei auch von der „Vorarbeit“ in der bilingualen Grundschule in Reinheim, von der viele in die Schule in Gersheimer Erzental wechseln. „Es ist schon eine Aufgabe, die Kinder, die von anderen Grundschulen kommen, auf das gleiche Niveau der Reinheimer zu bekommen“, berichtete sie.

Sie verweist auch auf weitere Französisch-Aktivitäten. So habe man neben der Partnerschule in Bazancourt in der Champagne – die Verbindung feierte 1989 ihr 40-jähriges Bestehen – vor kurzen auch eine Bande zu einer Schule im grenznahen Rohrbach-lès-Bitche geknüpft. Derweil animierte die „Kulturermittlerin“ Marion Kleber, eine von zwölf Lektoren, die mit ihren Kangoos durch Deutschland touren, ihre Schüler dazu spielerisch Sprachen, insbesondere die Französische, zu lernen. „Für die Menschen der jungen Generation ist es wichtig, mehrere Sprachen zu sprechen. Wenn man sogar mehrere Sprachen spricht und sie noch gut spricht, ist das super“. Insbesondere erschließe man sich beispielsweise bei Reisen andere Kulturen, andere Menschen, eine andere Welt.

Einfaches Mittel um eine Sprache zu erlernen, sei dabei aufmerksam zuzuhören und einfach nachzusprechen. Dazu ein praktisches Beispiel: Sie hat den Jungs und Mädels, die im Halbrund im Klassensaal sitzen, ein Spiel mitgebracht, das allen sichtlich Spaß macht. Marion Kleber spielt Lieder vor. Die Wörter, die darin vorkommen, sind auf Plastikschilder aufgeschrieben. Bei den Schülern geht es darum, diese als erste zu erkennen und sich das entsprechende Schild zu greifen. Klingt ziemlich einfach, hat aber einen Haken: Das Lied ist auf Französisch. Doch der Ehrgeiz hat die Sechstklässler, die in zwei Gruppen aufgeteilt sind, gepackt. Jeder will seiner Gruppe die meisten Punkte bringen. Am Ende werden sie laut zusammengezählt – natürlich auf Französisch.

Dass sie als sprachbegeisterter Mensch zu FranceMobil gegangen sei, habe damit zu tun, dass ihr damit die Möglichkeit gegeben werde, andere dazu zu animieren mehr Französisch zu lernen, oder überhaupt Französisch zu lernen. Ihnen aufzuzeigen, dass es nicht so schwer ist, wie man landläufig meint und dass es Spaß macht. „Ich fand das Angebot toll, ein Jahr lang in Deutschland herumzufahren, um meine Muttersprache zu bewerben, Leute kennen zu lernen und dabei die Sprache zu vermitteln. „Mit den Kindern zu arbeiten, macht richtig viel Spaß. Man bekommt sofort eine Rückmeldung, was zieht, was nicht, und kann unglaublich viel ausprobieren“, erzählt Kleber, was ihr an ihrer Arbeit am besten gefällt.

Mehr von Saarbrücker Zeitung