1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Blieskastel

Forstmüll aus dem Wald in Blieskastel entsorgt

Weitere Aktionen sind geplant : Viel Forstmüll aus dem Wald entsorgt

Mithilfe von einigen Freiwilligen war die Sache vorerst mal erledigt. Weitere löbliche Aktionen sind geplant.

Von Petra Pabst

Im Frühjahr sprießen auch im Wald an den Bäumen wieder die jungen Knospen und Triebe. Doch leider haben Rehe und andere Wildtiere sie zum Fressen gern. Gerade die Rinde und Knospen, die für das Wachstum der jungen Bäume wichtig sind, schmecken Ihnen besonders gut. Im Frühjahr kommen dann oft noch die jungen Rehböcke hinzu, die ihr Geweih an den Bäumen schaben. Zum Schutz der jungen Bäume gegen solche Wildschäden ergreift der Forst verschiedene Maßnahmen und setzt so genannten „Verbissschutz“ ein. So können Draht oder Holzgestelle verwendet werden, die um die Gewächse aufgebaut werden. Sehr häufig benutzt man jedoch röhrenförmige Verbisshülsen, die aus besonders stabilem  Kunststoff bestehen und wickelt diese um die dünnen Stämme. Gerade beim Aufforsten kommen diese  Röhren zum Einsatz.

Was die Bäume und den Wald aber eigentlich schützen soll, kann ihm mitunter Schaden zufügen. Das stellte die Vogelkundlerin Barbara Fröhlich-Schmitt auf einer ihrer Touren rund um das Hofgut Lindenfels zwischen Lautzkirchen und Niederwürzbach fest. Die Spezialistin für Spechte stieß auf auffallend viel „Forstmüll“ aus Plastik, der dort wohl vor über zwei Jahrzehnten als Verbissschutz angebracht worden war, aber nie weggeräumt wurde. Ganze Röhren oder Teile davon lagen zu Dutzenden weit verstreut im Wald herum, andere waren bereits tief in die Stämme eingewachsen. „Sogar rote Kunststoffschilder mit der Werbeaufschrift „Frohe Weihnachten - Saarlandbaum 2002“ waren unter den Abfällen, so frisch, als wären sie gerade erst hergestellt worden“ berichtet der Ehemann der Ornithologin, Adam Schmitt, Pensionär und ehemaliges Stadtratsmitglied und Beigeordneter der Stadt St. Ingbert. Er wandte sich  an Anita Naumann vom Biosphärenzweckverband Bliesgau und bat um Hilfe. „Da müssen wir tätig werden“, war die sofortige Reaktion.

„Wir sind sehr dankbar, dass es Menschen gibt, die aufmerksam auf Müll im Wald reagieren und handeln. Hier hat die jährliche Piccobello-Aktion schon viele Menschen sensibilisiert.“ Über ein Freiwilligen-Netzwerk organisierte die engagierte Mitarbeiterin eine Gruppe von ehrenamtlichen Helfern und jungen Leuten, die ein freiwilliges ökologisches Jahr absolvieren, die sich bereit erklärten, mit anzupacken. Auch Schmitt und seine Frau beteiligten sich an der Müllsammelaktion. „Ich frage mich, warum man sogar heute noch diese Methode mit den Röhren aus Kunststoffmaterialien in der Natur einsetzt. Wer sorgt für die Entsorgung? Sogar Reste von alten Hochständen, die nicht aus Naturmaterialien waren, haben wir gefunden. Der Nutzer oder Verursacher müsste doch in der Pflicht stehen, nach der Nutzung diese Dinge wieder aus dem Forst zu entfernen“ sagt  Schmitt.

In der ersten Sammelaktion mit etwa neun Freiwilligen wurden rund 40 große Säcke Plastikröhren und  deren Fragmente eingesammelt, auf einen Anhänger geladen und entsorgt. „Es ist allerdings immer noch eine Menge mehr dort vorhanden, was wir in dieser einen Aktion nicht alles wegschaffen konnten“,  erklärt Anita Naumann. „Aufgrund der nun begonnenen Brut- und Setzzeit müssen wir aber leider bis zum Herbst pausieren, denn da soll man die Waldwege nicht verlassen, um die Wildtiere nicht aufzuschrecken. Aber im Oktober geht es weiter, da werden wir noch eine oder mehrere Sammelaktionen durchführen. Interessierte dürfen sich gerne schon jetzt bei mir melden.“

Die Frau freut sich über das Netzwerk vieler Menschen, die sich in der Natur nützlich machen. „Auch außerhalb der Piccobello-Aktion werden immer mehr Menschen auf dieses Thema aufmerksam und nehmen bei ihren Spaziergängen Tüten mit, in die sie Müll einsammeln, den sie auf ihrem Weg finden. Die Natur sollte man eben nicht nur einmal im Jahr sauber halten.“

Bei der ersten Aktion ihrer Art kam im Forst Blieskastel jede Menge Müll zusammen. Foto: Adam Schmitt

Meldungen an den Biosphären-Zweckverband unter Telefon. (06842) 96009-0; E-Mail: a.naumann@biosphaere-bliesgau.eu