Emaille-Museum wird geschlossen

Blieskastel. Das Emaille-Museum in der Orangerie in Blieskastel wird im Laufe dieses Jahres geschlossen. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Gründe sind unter anderem die geringe Besucherzahl sowie die hohen Kosten für die Stadtverwaltung

Blieskastel. Das Emaille-Museum in der Orangerie in Blieskastel wird im Laufe dieses Jahres geschlossen. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Gründe sind unter anderem die geringe Besucherzahl sowie die hohen Kosten für die Stadtverwaltung. Im Februar 2006 war zwischen dem Creativ-Kreis International (CKI), einem Zusammenschluss internationaler Künstler, und der Stadt Blieskastel eine Vereinbarung zur Gründung des Museums im Obergeschoss der Orangerie unterzeichnet worden. Am 6. Mai des gleichen Jahres wurde das Museum eröffnet. Wie Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener weiter erläuterte, gebe es seit Eröffnung des Museums "Mängel und Unzulänglichkeiten, welche die Kündigung der Vereinbarung rechtfertigen". Zudem seien die Erwartungen und Hoffnungen, die in das Museum gesteckt wurden, bei weitem nicht erfüllt worden.So seien die vier Einführungstafeln des CKI in die Thematik Emaille aufgrund der mannigfaltigen Tippfehler am Tag der Ausstellungseröffnung nicht aufgehängt worden und mussten neu gedruckt werden, was schließlich im Januar 2007 geschehen sei. Es habe bis März 2008 gedauert, bis die Exponate durch den CKI beschriftet waren. Zudem gebe es immer noch einige Fehler bei der Beschriftung. In der Vereinbarung zwischen CKI und der Stadt habe gestanden, dass bei der Neuerrichtung der Internetseite der Stadt diese einen Link auf die Seite "Emaille-Museum-Blieskastel" schalten lasse. Diese Seite werde von dem CKI verwaltet. Die Seite sei vom CKI vorzubereiten und bis spätestens 1. Mai 2006 einzurichten. Die Internetseite sei allerdings nicht unter dem Namen "Emaille-Museum-Blieskastel" eingerichtet worden, sondern unter dem Namen "c-k-i.net". Auf dieser erst verspätet installierten Seite bestehe der Hinweis auf das Blieskasteler Museum aber nur aus drei Zeilen. "Dies kann - auch bei allem Wohlwollen - nicht als ein positiver Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit angesehen werden", so die Stadtverwaltung.Wie es in der Verwaltungsvorlage der Bürgermeisterin weiter heißt, seien die Besucherzahlen stetig rückläufig, von 416 zahlenden Gästen im Jahr 2006 runter auf 179 im vergangenen Jahr (siehe Grafik). Aufgrund der geringen Besucherzahl würden die Einnahmen auch immer spärlicher. Die reichten seit Eröffnung des Museums nicht aus, um die Kosten der Stadt Blieskastel zumindest für ihr Aufsichtspersonal abzudecken. So habe sich das Defizit im Jahr 2006 auf rund 21 000 Euro belaufen, im vergangenen Jahr auf rund 11 500 Euro. Bei anderweitiger Nutzung des Obergeschosses der Orangerie, das derzeit vom Museum belegt ist, könnten die Räumlichkeiten wieder vermietet werden, beispielsweise für Hochzeiten und Seminare. Das würde neue Einnahmen bringen, hofft die Stadtverwaltung auf eine gute Auslastung.

StichwortEmaille ist ein Schmelzgemisch aus glasbildenden Ausgangsstoffen, welches durch verschiedene Metalloxide gefärbt werden kann. Künstlerische Anwendung findet es in verschiedenen Techniken. Es wird vorwiegend auf Metall aufgebracht, aber auch Glas und Keramik dienen als Untergrund. Emaillieren war schon im alten Ägypten bekannt. red