Einsturzgefahr festgestellt

Wo in den 1960er Jahren in Spitzenzeiten bis zu 600 Arbeiter für Bosch Kfz-Zubehörteile herstellten, lagert etwa der Blieskasteler Baubetriebshof seit über 35 Jahren Materialien. Nun herrscht Einsturzgefahr.

Die alten Bosch-Hallen in den Lohgärten, angrenzend zur Blickweilerstraße in Blieskastel-Mitte, sind in einem sehr schlechten Zustand und müssen deshalb gesperrt werden. Die beiden Hallenteile mit einer Gesamtfläche von 2870 Quadratmetern werden seit über 35 Jahren durch den Baubetriebshof der Stadt Blieskastel als Lager genutzt. Die Hallen stehen auf einer 6300 Quadratmeter großen Grundstücksfläche. Weil der Dachbereich undicht ist, sind die Holzbinderkonstruktionen des Daches so morsch, dass die Hallen teilweise einsturzgefährdet sind. Wie Marco Nehlig von der Blieskasteler Stadtverwaltung gestern weiter mitteilte, wurde durch die untere Bauaufsichtsbehörde des Saarpfalz-Kreises ein Betretungs- und Nutzungsverbot für den hinteren Teil der Halle ausgesprochen. Betroffen sei vor allem der Baubetriebshof mit seinem Lager und dem Magazin.

 Teile der Hallen werden vom Baubetriebshof der Stadt Blieskastel als Lager und Magazin genutzt.
Teile der Hallen werden vom Baubetriebshof der Stadt Blieskastel als Lager und Magazin genutzt.

"In der Halle lagern auch Dekorationen und Materialien der Blieskasteler Karnevalgesellschaft ‚Nix wie druff' und dem Stadtmarketingverein. Auch der städtische Forst lagert Holzmaterialien in der Halle", so Marco Nehlig. Die alte Bosch-Halle sei jedenfalls nicht mehr zu nutzen. Im August 1960 hatte die Firma Robert Bosch GmbH die Betriebsräume der früheren Möbelfabrik Vogelgesang an der Blickweilerstraße angemietet. Der Zweigbetrieb, bei dem in Spitzenzeiten bis zu 600 Menschen arbeiteten, nahm im November 1960 die Produktion auf. Hergestellt und montiert wurden Kfz-Zubehörteile. Zum 23. März 1963 zog der Betrieb nach Homburg um. Danach waren mehrere Firmen in den Hallen untergebracht, bis vor über 35 Jahren der Baubetriebshof einzog. Seither wurden Planungen für einen Neu- und Erweiterungsbau des Baubetriebshofes besprochen, jedoch wegen der hohen Kosten immer wieder verschoben. Wie die Stadtverwaltung weiter erklärt, werde derzeit geprüft, ob eine Standsicherheit temporär wieder hergestellt werden könne. Seit Jahren sei der schlechte Zustand der beiden Hallen bekannt. Die Stadt plane einen Erweiterungsbau für den Baubetriebshof auf dem Gelände in der Blickweilerstraße. Alternativ könnten auch andere Hallen angemietet werden. Aus diesem Grund solle nicht mehr in die ehemaligen Bosch-Hallen investiert werden, wie Marco Nehlig gegenüber unserer Zeitung abschließend betont.