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Offene Ateliers: Einmal Künstlern über die Schulter schauen

Offene Ateliers : Einmal Künstlern über die Schulter schauen

In der Barockstadt Blieskastel öffneten 25 Künstler ihre Ateliers. So manchem Besucher gefiel das.

Einmal einem Künstler über die Schulter schauen oder sozusagen einen Blick in sein „Allerheiligstes“, soll heißen in sein Atelier, werfen: Diese Möglichkeit bot sich am vergangenen Wochenende in der Barockstadt. Bereits zum fünften Mal fanden die „Tage des Offenen Ateliers Blieskastel“ statt. 25 Künstler des Kulturstammtisch Blieskastel e. V. beteiligten sich an der Aktion. Dabei konnten die Kunstinteressierten nicht nur in der Innenstadt selbst, sondern auch in Lautzkirchen, Böckweiler, Alschbach und Wolfersheim sowie in Zweibrücken-Wattweiler und in Homburg die Künstler des Vereins völlig ungezwungen und vor allem ohne vorherige Anmeldung besuchen.

„Ich finde es toll, da man so sehen kann, wie der Maler anfängt und wie sich das Werk entwickelt“, freute sich Jonathan Best aus Unna. Er ist derzeit Gast der Kurklinik in Lautzkirchen und war gleich an beiden Tagen Atelier-Besucher. „So was gibt es bei uns nicht. Das könnte man dort auch mal einführen“, gab sich Claudia Schwan aus Wadern, ebenfalls derzeit in Lautzkirchen, neidvoll. Best und Schwan sind bei ihrem Stadtbummel, ein Eis schleckend, in der Alten Marktstraße stehen geblieben. Dort haben Künstler nicht nur die Türen zu ihren Ateliers aufgeschlossen, sondern ihre Werke vor dem Laden und auch in der gesperrten Straße an den Hausfassaden gegenüber lehnend, zum Verkauf ausgestellt.

Das heiße und drückende Wetter am Sonntagnachmittag sorgte dafür, dass die Mitbesucher überschaubar waren. Drinnen war es meistens angenehm kühl. „Es ist so lala. Gestern war auch schon wenig los. Wir sind zu abseits“, bilanzierte am späten Nachmittag Rita Walle. Sie hat sich der recht bunten Acrylmalerei verschrieben und ist in der Alten Marktstraße 3 zu finden. Mit ihr sind Mia Sabine Groll (Mixed Media) und Silke Manderscheid (ebenfalls Acrylmalerei) dort zu Hause. „Hier ist mehr los. Ich bin zum dritten Mal dabei und war vorher acht Jahre in Niederwürzbach“, blickt die Künstlerin zurück. Das Ganze habe sich etabliert. Mehr Leute gingen von Station zu Station. Kritisch sieht sie die Kombination mit der gleichzeitig stattfindenden Bliesgau-Messe. Das schaffe zwar mehr Besucher in der Stadt, doch die hätten ein großes Problem mit dem Parken. Ein Punkt, den ihr Kollege Wolfgang Debold zwei Häuser nebenan, anders sieht. „Die Straßensperre wegen der Messe tut gut. Das hat was. Ich genieße die Ruhe“, so der Grafiker. Er will nicht so sehr über seine Werke reden. Grafiker überzeugten eher durch das Zeigen, so Debold. Auch die Kombination mit der Verbrauchermesse in der Innenstadt hält der Mann aus Kirkel für sinnvoll. Bei ihm sei gar am Samstag mehr los gewesen. Und das, obwohl in Homburg eine Veranstaltung mit Künstlerbezug stattgefunden habe. Der Kommunikations-Designer ist zum dritten Mal dabei. Zum ersten Mal mit seinem eigenen Laden. Sein Atelier für Gestaltung ist etwa auch ein Ansprechpartner für Firmen, wenn es um ein neues Erscheinungsbild geht. Zudem illustriert er Bücher oder gestaltet Bildsignets.