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"Eine Wanderung ohne Einkehr ist wie ein Leben ohne Freude"

"Eine Wanderung ohne Einkehr ist wie ein Leben ohne Freude"

Blieskastel. Das Wandern ist nicht nur des Müllers Lust - auch Ulrike Bosslet hat Spaß daran. Und zwar so sehr, dass sie ehrenamtlich für das städtische Verkehrsamt Woche für Woche samstags geführte Wanderungen anbietet. Jetzt blickt die Blieskastelerin auf ein besonderes Jubiläum zurück, denn kürzlich ging sie zum 200. Mal auf eine Wanderstrecke

Blieskastel. Das Wandern ist nicht nur des Müllers Lust - auch Ulrike Bosslet hat Spaß daran. Und zwar so sehr, dass sie ehrenamtlich für das städtische Verkehrsamt Woche für Woche samstags geführte Wanderungen anbietet. Jetzt blickt die Blieskastelerin auf ein besonderes Jubiläum zurück, denn kürzlich ging sie zum 200. Mal auf eine Wanderstrecke. Über 40 Wanderfreude begleiteten Ulrike Bosslet durch das Tiefental zur Kirkeler Hohl. Ausgangspunkt ist immer der Rundbau an den Mediclin Bliestal-Kliniken in Lautzkirchen, und noch vor dem Start zur Wanderung erkennt man die Begeisterung und den Eifer, mit der die gebürtige Rheinländerin zur Sache geht. Am Treffpunkt steigt sie flott auf eine Bank, zählt die Wanderer durch und verkündet lautstark den Streckenverlauf. Dann eilt sie voraus, taucht in den herbstlichen Wald ein und zieht die Schar der Wanderfreunde hinter sich her. Doch es dauert nicht lange, bis sich die Wanderer auf dem Waldweg zusammengefunden haben und sich zu ihr gesellen. Ulrike Bosslet kann einiges erzählen, schließlich kennt sie die Wälder wie ihre eigene Westentasche. Und hat zu jeder Sehenswürdigkeit die passenden Geschichten auf Lager, denen die Teilnehmer der Wanderungen nur allzu gerne zuhören. An den "Sieben Fichten" erzählt sie von der Sage, dass einst der Förster der Kirkeler Burg einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatte und mit einer List seine bereits verkaufte Seele rettete. Seither sollen alle sieben Jahre goldene Zapfen an den "Sieben Fichten" wachsen. Und auch der Mär, dass am Kirkeler Frauenbrunnen ein keltischer Schatz vergraben sein soll, lauschen die Wanderer andächtig. Viele der Wanderer sind Stammgäste, weiß Ulrike Bosslet zu berichten. Die wenigsten Teilnehmer stammten aus Blieskastel, etwa ein Drittel machten die Kurgäste aus, die übrigen Wanderer reisten aus dem gesamten Saarpfalz-Kreis und sogar aus Saarbrücken an. Die Wanderführerin hat eine Vielzahl von Strecken parat, am beliebtesten sind die Wanderungen nach Kirkel und nach Niederwürzbach. Zwischen zwölf und 70 Personen zählen die Wandergruppen von Ulrike Bosslet, und stets ein Höhepunkt sind die Raststationen an Hütten und Cafés. Denn eine Wanderung ohne Einkehr sei wie ein Leben ohne Freude, zitiert die Wanderführerin aus ihrem Erfahrungswissen als Wanderwart des örtlichen Pfälzerwaldvereins. Vieles hat sie schon erlebt, seit sie am 7. Januar 2006 ihre erste Wanderung als Nachfolgerin von Karl-Theo Schuler durchgeführt hat. So erinnert sich Ulrike Bosslet an eine ältere Dame, die einen Hang hinabrutschte und sich dabei verletzte. Doch die positiven Erinnerungen überwiegen, von einer Wandererin aus dem Schwarzwald habe sie sogar ein kleines Fotobuch als Andenken an eine Wandertour geschenkt bekommen. Geschenke gab es zum Jubiläum auch. Anja Wacker vom Amt für Bürgerdienste überreichte im Namen der Blieskasteler Stadtverwaltung ein Präsent mit Bliestalern. Und Rose-Marie Cartes, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Mediclin Bliestal-Kliniken, überraschte Ulrike Bosslet mit einem Wohlfühlpaket als Anerkennung für die Betreuung der Kurgäste. Die geführten Wanderungen finden jeden Samstag um 13 Uhr bei jedem Wetter statt. Einzige Ausnahmen sind die Samstage vor Weihnachten und Neujahr.