1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Blieskastel

Eine sechsköpfige Familie in Blieskastel feiert den Muttertag

Einmal im Jahr ist Muttertag : Einmal im Jahr im Mittelpunkt stehen

An diesem Sonntag ist Muttertag. Wir haben eine sechsköpfige Familie in Blieskastel besucht, die diesen Tag gebührend feiern wird.

Das Jahr hat 365 Tage. Einer davon wird in schöner Regelmäßigkeit für einen ganz besonderen Menschen abgezwackt – turnusgemäß, immer wiederkehrend im Frühling. So ein Tag, so wunderschön wie heute. Sagen jedenfalls die Mütter, so sie denn ihren Nachwuchs nicht missen möchten. Und der Nachwuchs vor allem nicht die (vorläufig) wichtigste Frau in seinem Leben. Muttertag – da ist er wieder. Morgen wechseln mehr oder weniger üppige Sträuße, Pralinenschachteln und andere Aufmerksamkeiten den Besitzer. Mit inniger Liebe begleitete Küsschen sowie auch herzliche Umarmungen sind innerhalb der Familie aber auch noch erlaubt.

In Blieskastel-Lautzkirchen haben wir diese Woche eine sechsköpfige Familie besucht und im fröhlichen Gespräch erfahren, was an diesem Sonntag zum Ehrentag der Mama geschehen soll. Da sitzen wir auf der von der Abendsonne verwöhnten Terrasse, blicken in einen herrlichen Garten mit zwei Teichen und lernen die Erwachsenen und die vier Kinder kennen. Drei Jungs und ein Mädchen. Die Jungs sind Drillinge im Alter von neun Jahren: Tino, Ole und Lennard. Die große Schwester ist elf Jahre alt und heißt Louisa. Christian Kuckelberg wiederum ist der Mann von Uta Großmann, die man nun gedenkt, ganz besonders zu würdigen. Lennard rückt schon mal mit der Sprache raus, seiner Mama will er eine Orchideenkerze schenken. Diese entfalten ihre florale Schönheit, während sie dabei sind abzubrennen. Die anderen Geschwister schweigen beharrlich. Muss ja auch nicht jeder fremde und neugierig fragende Eindringling wissen, was da auf dem Gabentisch landet.

Uta Großmann, 41 Jahre alt und Vertrauensfrau der HUK-Coburg mit Geschäftssitz praktischerweise im Eigenheim, freut sich auf den Sonntag. Eigentlich wollten sie und ihre Familie lange und üppig frühstücken im Café „Zauberlehrling“ in Homburg, doch damit hat sich’s - bis auf Weiteres. Also bleibt man zu Hause und die Kinder spielen quasi Zauberlehrling. Überraschen ihre Mama mit einem schönen Frühstück.

Das lenkt im Übrigen auch ab vom Ausnahmezustand in für Heranwachsende elenden Zeiten. „Anstrengend. Langweilig. Nervig“, fasst Louisa wohl stellvertretend für viele ihrer Leidensgenossinnen und -genossen das derzeitige Leben ohne Schule und Freundeskreis zusammen. Da kann sie sich noch glücklich preisen, dass sie drei Geschwister hat. Und einen Familienhund mit Namen Bonny, ein Mischling, der auf einer Müllhalde in Spanien aufgefunden wurde.

Aber zurück zu Uta Großmann. Sie freut sich, dass sie am Muttertag „mehr gewertschätzt“ wird, tagtäglich werde doch ihre Arbeit, ihr Handeln als selbstverständlich erachtet. Am Sonntag will sie mal „im Mittelpunkt stehen“. Und überhaupt nichts tun. Die Arbeit ist dann Part ihrer Familie – vom Morgen bis zum Schlafengehen. Ach, und dann wünscht sich die Frau des Hauses an ihrem Ehrentag vor allem „keinen Streit“. Oder eben „weniger Streit“, wie sie noch hinzufügt. Und dabei wohl anderen Müttern mit zankenden Kindern ganz tief aus der Seele spricht.

Uta Großmann erzählt auch, dass es, jenseits der anzunehmenden Annehmlichkeiten am Sonntag, für die Kinder einen monatlichen Haushaltsplan gibt, in dem vermerkt ist, wer abwechselnd welche Aufgabe im Haushalt übernimmt. Tisch decken, abräumen, Spülmaschine ein- und ausräumen, den Müll rausbringen, sich um den Hund kümmern. Oder auch Bad putzen. Unsere Frage „Wie, das könnt Ihr?“ wird beantwortet mit einem deutlichen „ja, ja“ und einem mehrfachen Nicken.

Und dann erzählt die 41-Jährige noch ein bisschen von ihrer „Ice Age-Familie“, angelehnt an einen allseits bekannten Kinofilm. Eine Familie eben mit ganz verschiedenen Charakteren. Ole, sagt sie, sei „Bob der Baumeister“, ein handwerklich begabter Junge, während sein Bruder Tino sich durch mathematische Qualitäten und trockene Bemerkungen auszeichnet, die sehr zur Erheiterung beitragen. Und Lennard sei ein Kind, das sehr sensibel sei und früher als alle anderen fühle, wenn es anderen Menschen schlecht geht. Louisa wiederum sei ein Organisationstalent. „Ich habe Führungsqualitäten“, sagt das Mädchen verschmitzt, und man wagt auch nicht, daran zu zweifeln. „Selbstbewusste junge Leute ziehen wir hier groß“, sagt die Mama und ihr Mann nickt lächelnd.

Wir verabschieden uns – unter Einhaltung des gebotenen Abstands. Und freuen uns sehr, gerade mal wieder das Leben bereichernde Menschen kennengelernt zu haben. Noch einen fröhlichen Muttertag, Frau Großmann. Er wird mit ihren Lieben um Sie herum ganz bestimmt gelingen.