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Ein Verbrauchermarkt in Lautzkirchen macht mit beim Notinsel-Projekt

Hier finden Jungen und Mädchen Zuflucht : „Das ist ein wichtiger Beitrag zum Kinderschutz“

Ein Verbrauchermarkt in Lautzkirchen gehört jetzt zum Notinsel-Projekt der Stadt Blieskastel.

Der Edeka-Markt Berberich in Lautzkirchen gehört ab sofort zum Notinsel-Projekt der Stadt Blieskastel. „Carmen und Torsten Berberich hatten schon vor längerem Interesse am Notinsel-Projekt unserer Stadt bekundet. Diesem Wunsch kam die Stadt gerne nach, denn so kann ein wichtiger Beitrag zum Kinderschutz geleistet werden“, äußerten sich Bürgermeister Bernd Hertzler und Sandy Will vom Stadtmarketing bei der Auszeichnung vor Ort. Das Notinsel-Projekt der Stadt Blieskastel richte sich ausschließlich an Gewerbetreibende und habe zum Ziel, den Schulweg von Kindern sicherer zu machen und ihnen Zufluchtsorte anzubieten. „Kinder erleben immer häufiger, dass der Schulweg zum Gefahrenweg wird und Angst und Gefahr zum Alltagsleben dazu gehören. Gefahren durch gleichaltrige und kriminelle Jugendliche, durch Diebe, Pädophil-Kriminelle und ausländerfeindliche Gruppen bedrohen die Kinder“, erklärte Sandy Will. Die Stiftung Hänsel und Gretel habe im Jahre 2002 das Notinsel-Projekt initiiert und übertrage es seitdem bundesweit auf Städte, Gemeinden und Landkreise.

In Blieskastel wurde der erste Notinsel-Standort bei der Stadtverwaltung im Rathaus III (Haus des Bürgers) eingeweiht. Partner für Blieskastel ist mittlerweile der Fachbereich Bürgerdienste, das Fachgebiet Kultur, Tourismus, Biosphäre und ÖPNV. „Blieskastel war die erste Stadt im Saarland, die das Projekt umsetzte“, freute sich der Bürgermeister. Man könne es gut an dem Aufkleber „Not-Insel, wo wir sind, bist Du sicher“ erkennen.

„Kinder in Angst brauchen Schutz. Alle Geschäfte mit dem Notinsel-Zeichen an der Tür bieten Jungen und Mädchen Zuflucht. Beteiligte Geschäfte setzen darüber hinaus ein deutliches Zeichen für den Kinderschutz und gegen potenzielle Täter. Neben den Anlaufstellen in Blieskastel hat die Not-Insel vor allem auch eine wichtige Präventivfunktion. Unterstützende Geschäfte, Banken, Apotheken und andere Partner kennzeichnen sich an ihrer Tür als Insel der Not. Damit signalisieren sie Kindern ihre Hilfsbereitschaft und verpflichten sich selbst zum Hinsehen und Handeln in Notsituationen. Die MitarbeiterInnen erhalten eine Handlungsanweisung, die genau beschreibt was im Ernstfall zu tun ist. Kinder können sich aus einer für sie schwierigen Situation im öffentlichen Raum in eine Not-Insel retten, um somit einer potenziellen Gefahr auszuweichen und sich Hilfe bei Erwachsenen zu suchen“, so Sandy Will.

Manchmal müssten Kinder auch einfach mal zu Hause anrufen, weil der Bus nicht gekommen ist, das Handy defekt oder leer sei oder sie eine Toilette aufsuchen müssten. Auch hier könnten die Notinseln weiterhelfen. „Gerne nimmt die Stadt Blieskastel noch weitere Geschäfte als Notinsel-Standorte auf. Schön wäre es, wenn sich das Projekt auch dezentral, in den Stadtteilen, entwickeln könnte“, blickte Bernd Hertzler voraus.