Ein neuer Anlauf im Stadtrat

Eine Sanierung der in städtischer Verantwortlichkeit befindlicher Fußgängerbrücke bringt nicht den erhofften Erfolg: Ein Neubau soll jetzt angestrebt werden, mit Unterstützung durch den Landrat.

Einen Neustart für die Fußgängerbrücke zwischen Breitfurt und Wolfersheim hat die SPD angekündigt. Kommunalpolitiker aus Breitfurt und Wolfersheim hätten vereinbart, einen neuen Anlauf im Stadtrat zur Erneuerung der Fußgängerbrücke zu starten. "Wir freuen uns, dass auch das neue Mehrheitsbündnis aus CDU , FWG und Grüne im Wolfersheimer Ortsrat sich für die Sanierung der Brücke einsetzen will", so der Breitfurter Ortsvorsteher Martin Moschel und der SPD-Vorsitzende Guido Freidinger, der auch SPD-Chef im Stadtrat ist. Zwar habe der Versuch des Saarpfalz-Kreises, 2012 eine kostengünstige Sanierung der Brücke zu bewerkstelligen, nicht den erhofften Erfolg gebracht, denn eine Totalsanierung habe sich nach Beginn erster Reparaturarbeiten als nicht durchführbar erwiesen. Immerhin sei aber die Brücke seit diesen Reparaturarbeiten erstmals wieder auf eigenen Gefahr begehbar. "Schon damals haben sich auch die damaligen Ortsräte und -vorsteher von Breitfurt und Wolfersheim dafür ausgesprochen, dass der Kreis tätig wird - nachdem die Blieskasteler Stadtratsmehrheit über drei Jahre lang jegliche konkreten Schritte vermissen ließ und auch die Berücksichtigung des Projektes im städtischen Haushalt verweigerte", so Freidinger.

Nun habe sich auch Landrat Theophil Gallo (SPD ) bei einem Ortstermin einen eigenen Eindruck verschafft. Er habe seine Bereitschaft erklärt, eine entsprechende Initiative, wenn sie von der Stadt als Verantwortlicher des Bauwerks ausgehe, zum Beispiel in Rahmen der Möglichkeiten des Biosphären-Zweckverbands zu unterstützen. Auch der Ortsrat von Breitfurt werde sich daher erneut mit dem Projekt beschäftigen und seine Berücksichtigung im Haushalt der Stadt beantragen. "Wir hoffen natürlich auf die Unterstützung durch CDU und Grüne auch im Stadtrat. Wer auch immer sich unserem erneuten Vorstoß anschließt, wir werden ihn unterstützen" so der Breitfurter SPD-Vorsitzende .

Mängel und Schäden

Wie berichtet, hatte die Stadt Blieskastel Ende 2008 die Brücke durch ein Ingenieurbüro prüfen lassen. Diese Prüfung ergab Mängel und Schäden, die "Dauerhaftigkeit" einzelner Bauteile - ja sogar des gesamten Brückenbauwerks - schien nicht mehr gegeben. Da die Standsicherheit also nicht mehr gewährleistet war, musste die Brücke gesperrt werden.

Diese Sperrung rief großen Unmut bei der Bevölkerung in den beiden Stadtteilen hervor, manche Zeitgenossen sprachen gar von einer Verschwörung der "schwarzen" Verwaltung gegen die beiden "rot" regierten Stadtteile. Es wurde seitens der beiden Ortsräte und auch aus der Bevölkerung ein Neubau der Brücke schnellstens gefordert. Eine statische Prüfung sollte letztlich für Klarheit sorgen, denn viele Bürger konnten oder wollten dem Prüfbericht keinen Glauben schenken.

In ersten Schätzungen der Stadtverwaltung wurden die Kosten für einen Neubau auf 360 000 Euro (Holz) bis 447 000 Euro (Aluminium) beziffert. Auf Anfrage der Ortsvorsteher aus Breitfurt und Wolfersheim ließ der Saarpfalz-Kreis die Brücke erneut begutachten mit dem Ziel einer kostengünstigen Sanierung des Bauwerks, damit die Brücke noch einmal für 15 bis 20 Jahre genutzt werden könne.

Das Projekt sollte damals mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Radwegprogrammes "velo visavis" mit 50 Prozent bezuschusst werden. Es gab ein erstes Sanierungskonzept (55 000 Euro), das dann auf rund 95 000 Euro nachgebessert wurde. Es stellte sich aber heraus, dass die Brückenschäden weitaus größer waren, als bis dahin überhaupt angenommen. Eine technische Sanierung war letztlich nicht möglich, die Arbeiten wurden daraufhin abgebrochen, war das Fazit in einer Ausschuss-Sitzung des Stadtrats.