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Ein Mann fischt Müll aus dem NIederwürzbacher Weiher

Sisyphos-Arbeit zum Wohle von Mensch und Umwelt : Per Ruderboot dem Unrat auf der Spur

Roman Schaller reinigt seit knapp zehn Jahren den Niederwürzbacher Weiher vom Dreck vieler rücksichtsloser Menschen.

Roman Schaller betreibt mit seiner Familie seit vielen Jahren das „Café am See“ in Niederwürzbach. Und schon immer hat ihn die Verschmutzung, all der Müll und die Hinterlassenschaften der Leute geärgert, die achtlos oder gar vorsätzlich ihren Dreck am Weiher zurücklassen. Vor knapp zehn Jahren war für den 59 Jahre alten Gastronom das berühmte Fass übergelaufen.

Aber anders als viele andere Menschen beschwerte sich Schaller nicht einfach beispielsweise bei den Behörden, sondern er packte einfach an. Im Frühling 2011 schnappte sich der sportliche Schaller sein Surfbrett und paddelte hinaus auf den Weiher. Zunächst beschränkte er sich nur auf den Uferbereich in der Nähe seines Cafés.

Schnell sei ihm klar geworden, erinnert er sich im Gespräch mit unserer Zeitung, dass das mit dem Surfbrett keine Dauerlösung sein könne. „Ich bin dann mit der Bitte um Unterstützung an die Stadt Blieskastel herangetreten“, sagt Schaller. Seiner Bitte wurde schnell entsprochen. „Man hat mir ein Ruderboot zur Verfügung gestellt“.

Seit der Zeit fährt Schaller acht bis zehn mal im Jahr zwischen März und November auf den Weiher hinaus – dieser hat immerhin zwölf Hektar Wasserfläche – und fischt mit einer Stange samt Haken den Müll aus dem Wasser. Systematisch patrouilliert der Mann auch entlang der Uferlinie, denn dort, erklärt er, sammele sich häufig der Dreck. „Mit dem Boot komme ich auch in die abgelegenen Bereiche des Sees, zum Beispiel dort, wo Schilf und Gräser wachsen. An diesen Stellen verfängt sich der Abfall.“

Roman Schaller hat in den vergangenen fast zehn Jahren so ziemlich alles, was eine Zivilisation zu bieten hat, aus dem Wasser des Niederwürzbacher Weihers entsorgt: Einweggeschirr, jede Menge Café to go Becher, Pizzaverpackungen, Fahrräder, Grillutensilien, Autoreifen und anderes mehr. Besonders ärgert sich Schaller über jene Zeitgenossen, die es witzig finden, Tische und Bänke vom Badebereich des Sees ins Wasser zu schmeißen. „Das ziehe ich dann auch aus dem Wasser und stelle es wieder hin“. Ihm sei schon klar, dass das, was er tue, einer Sisyphos-Arbeit gleich kommt. „Aber ich finde, dass es getan werden muss, denn immer nur jammern ist auch keine Lösung“.

In den Jahren seiner ehrenamtlichen Seereinigung sei schon ein stattlicher Haufen Abfall zusammen gekommen, berichtet Roman Schaller. Er führt penibel Buch über jede Fahrt auf den See. So hat er jetzt ermittelt, dass er bisher 2,5 Kubikmeter Müll aus dem See geborgen hat.

Die Stadt ist voll des Lobes ob Schallers Einsatzes für die Sauberkeit rund um den See. Katja Ruoff vom Fachbereich Bürgerdienste teilte mit, dass das „persönliche Engagement von Roman Schaller nicht selbstverständlich ist“. Die Stadt Blieskastel könne die Reinigung in diesem Umfang nicht leisten. „Wir unterstützen Herrn Schaller gerne durch die Bereitstellung des Bootes oder das anschließende Abfahren des Abfalls“.

„Jetzt ist wieder Winterpause“, sagt der Niederwürzbacher Seereiniger Schaller. Das städtische Boot werde an einem sicheren Liegeplatz bis zum kommenden Frühling geparkt, „bis ich dann wieder los fahre“.