Ein Homburger Geologe wird im Bliesgau fündig

Ein Homburger Geologe wird im Bliesgau fündig : Der wohl älteste Saarpfälzer der Welt

Geologe aus Homburg fand in Medelsheim etwas ganz Besonderes: einen rund 250 Millionen Jahre alten Ammoniten.

„Ich habe den ältesten Saarpfälzer der Welt gefunden“. Mit diesen Worten wandte sich der Geologe Herbert Weiss an unsere Zeitung. Der 62-jährige Homburger begeistert sich schon seit sein jungen Jahren für erdgeschichtliche Entwicklung und Steine. Nach dem Abitur am Johanneum studierte er Geologie in Würzburg und Berlin und nahm eine Stelle im Übersee-Museum in Bremen an. „Ich bin und bleibe aber überzeugter Saarländer, und so hat es mich irgendwann wieder zurück in die Heimat gezogen“ erzählt er. In seiner Wohnung stapeln sich geologische Karten, Fachbücher und -Zeitschriften, Faltzettel, Postkarten und Fotos.

Und Steine – überall Steine. Versteinerte Zeugen einer längst vergangenen Zeit, als es noch lange keine Menschen gab. „Steine erzählen über die Geschichte der Erde, aber auch über die Geschichte der Menschheit und über unsere saarländischen Heimat“ sagt er. „Erdgeschichtlich gehört der ganze Saarpfalz-Kreis zum Trias.“ In den hiesigen Buntsandstein-Wänden oder den Muschelkalk-Böden findet Herbert Weiss seine Schätze. Die Fundstücke lässt er oft aufsägen und polieren, um sie zu analysieren. Für die Bestimmung der Funde zieht er später Fachbücher zu Rate. Sogar ein versteinerter Dinosaurier-Wirbel war einmal dabei. Aber nicht nur Steine irdischen Ursprungs faszinieren ihn. Auch Meteoriten aus dem All und deren Zusammensetzung findet er spannend. „Vor etwa 150 Jahren ist in Krähenberg bei Homburg ein etwa 63 Kilogramm schwerer Meteorit zur Erde gefallen und hat dabei beinahe ein junges Mädchen erschlagen. Er ist nun Teil der ständigen Ausstellung des Naturkunde-Museums in Bad Dürkheim und kann dort bewundert werden“ führt Weiss aus und sucht einige Zeitungsausschnitte, Informationen und Kartenausschnitte dieses Ereignisses heraus.

Für seine Sammlungen macht er sich oft im Frühjahr und Herbst mit Gummistiefeln, Werkzeug und Rucksack ausgestattet auf und fährt mit dem Bus ins deutsch-französische Grenzgebiet ins Mandelbachtal oder in den Bliesgau. „Vor etlichen Millionen Jahren gab es hier noch kein Festland, da war alles Meeresboden. Auf den Ackerböden findet man, wenn man genau hinschaut und etwas Geduld mitbringt, oft noch viele versteinerte Fossilien“ erklärt er. „Besonders auf den Hügeln in Gersheim, Medelsheim, Niedergailbach oder Guederkich-Erching in Frankreich. Am besten sucht man nach Regengüssen oder nachdem die Bauern gepflügt oder geerntet haben. Da liegen die Steine oft ganz offen am Boden.“

Bei einer solchen Exkursion stieß er in Medelsheim auch auf den „ältesten Saarpfälzer“. „Es schaute nur ein kleines, hellgraues Stück Stein aus dem Ackerboden heraus. Mit meinem kleinen Geologenhammer, den ich immer dabei habe, habe ich an ihm herum geklopft und geahnt, dass das mehr als nur ein Stück Stein sein könnte.“ Die Besitzer der Äcker kennen ihn schon und haben nichts dagegen, wenn er die Brocken einsammelt. Er packte das Fundstück zu den anderen in seinen Rucksack und trug es nach Hause, wo er es reinigte und später mit einer Diamantsäge durchtrennen ließ. „Da zeigte sich, dass ich einen ganz besonders schönen Fund gemacht habe. Es handelte sich um einen rund 250 Millionen alten Ammoniten - das versteinerte Fossil eines Schneckentieres. „Bei Peppenkum habe ich einmal eine kleine versteinerte Turmschnecke gefunden, oder auch ein Stück Koralle, aber dieser Fund ist um vieles schöner“ sagt er stolz und zeigt seine Schätze.

Allerdings wird es langsam eng bei ihm daheim. Daher hat er sich mit dem benachbarten Christian-von-Mannlich-Gymnasium darauf geeinigt, dass er seine Funde dort dauerhaft in einem Schaukasten ausstellen darf – mit Informationen zu Fundort und Alter. „Unser Meer ist zu Stein geworden“ so lautet der Titel einer Ausstellung, die aktuell im Pariser Naturkundemuseum gezeigt wird. Das gefällt dem Mann aus Homburg.

„So könnte auch die Überschrift in diesem Schaukasten lauten“. Herbert Weiss bietet regelmäßig Exkursionen für interessierte Personen und Gruppen an.

Wer Lust hat, selbst einmal mit dem Wissenschaftler im Bliesgau auf den Äckern des Biosphärenreservats auf die Jagd nach fossilen Muscheln, Schnecken oder gar Dinosauriern zu gehen, darf sich gerne an ihn wenden.

Mehr erfährt man zum Thema unter: http://www.bios-geo.eu/ oder Telefon: (0152) 27 83 70 07 oder per Mail: giottosatellite@gmx.de