Ein heißes Eisen: das Parkraumkonzept für Blieskastel

In Blieskastel werden 2022 etliche Parkplätze wegfallen : Ein heißes Eisen: das Parkraumkonzept

Breite Diskussionen im Stadtrat über den städtebaulichen Umbau von Blieskastel und die weitreichenden Folgen.

In der Stadtratssitzung am Donnerstag wurde das Thema „Parkplätze in Blieskastel“ mitunter sehr kontrovers diskutier. Einigkeit herrschte noch in der Auffassung, dass nicht zuletzt auch wegen der umfangreichen Baumaßnahmen im Zuge der neuen Verkehrsführung Altstadtrand Ost (siehe Grafik mit dem neuen Verlauf der L113) die Parkplatz-Situation neu geregelt werden muss. Zuletzt hatte es eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Parkkonzept gegeben. Hierbei wurde deutlich, dass künftig etliche Parkplätze wegfallen werden, Pessimisten schätzen, dass es bis zu 350 werden könnten.

„Durch den Bau des Busbahnhofs vor der Bliesgaufesthalle haben wir schon 150 Parkplätze verloren“, kritisierte die SPD die vorherige Koalition: „Sie haben es 15 Jahre lang versäumt, ein tragfähiges Parkkonzept für die Innenstadt zu erarbeiten“, hielt der Zweite Beigeordnete Guido Freidinger der nun oppositionellen CDU vor. Die Diskussion entzündete sich bei der Frage, ob das Konzept der Firma R+T Verkehrsplanung nun angenommen werde, oder – wie es die CDU wünschte – nur zur Kenntnis zu nehmen sei. Knackpunkt an der ganzen Diskussion ist ein Punkt drei in dem R+T-Gutachten, das auch für den Innenstadtbereich (geringfügige) Parkgebühren vorsieht. Hier, so vermutete der CDU-Fraktionsvorsitzende Holger Schmitt, wage man zu sehr einen Blick in die fernere Zukunft, was aber mit vielen Unwägbarkeiten verbunden sei. Nach dem Konzept sollen die heutigen Freiflächen entlang des Altstadtrandes bebaut und 500 Ersatzplätze in Parkhäusern geschaffen werde. Die CDU sah sich im Übrigen in ihrer Position bestätigt, man sei schließlich immer für ein breites und kostenfreies Parkplatzangebot eingetreten. Die im Konzept vorgeschlagene minimale Parkgebühr von 50 Cent in der Innenstadt könne sich schädlich auf Handel und Gewerbe auswirken. Holger Schmitt: „Das wäre weder bürger- noch kundenfreundlich“.

Kritisch sieht die CDU auch die Forderung, den Paradeplatz wieder autofrei zu gestalten: „Das Parkraumkonzept hat eindrucksvoll bewiesen, wie groß der Parkplatzbedarf in Blieskastel ist. Der Paradeplatz muss daher für Kurzparker erhalten bleiben“. Ebenso wie die Grünen fordern auch die Mitglieder der CDU, einen verbilligten „Baustellentarif“ für den Dolmusch einzuführen. Die Grünen befürworten ein Zeitlimit beim Parken in der Innenstadt: „Die Zeitlimits der Parkdauer gewährleisten einen kontinuierlichen Wechsel auf den Parkplätzen. Parkflächen für die Nutzung über einen längeren Zeitraum, wie sie etwa von Angestellten benötigt werden, müssen wohl oder übel an die Ränder ausgelagert werden“, so Grünen-Fraktionschef Lukas Paltz.

Das „Park-Paradies“ Blieskastel wird es in absehbarer Zeit nicht mehr geben. Foto: BeckerBredel

Das vorhandene Parkraumkonzept versuche, den Interessen unterschiedlicher Nutzergruppen (Gewerbetreibende, Anwohner, Besucher) gerecht zu werden. „Wir sind der Meinung, dass man mit der Umsetzung des Parkraumkonzepts zeitnah beginnen sollte, um die Besucherinnen und Besucher unserer Stadt möglichst früh an das neue Parkleitsystem zu gewöhnen“, unterstrich Paltz. Die Grünen forderten auch von der Stadtverwaltung, weitere alternative Mobilitätsoptionen zur Stärkung des ÖPNV oder auch des Radverkehrs zu entwickeln. Diskutiert wurde zudem im Rahmen der Stadtratssitzung, ob sich der bürokratische Aufwand lohnt, Einwohner-Parkausweise auszustellen. Noch einmal Lukas Paltz: „Die Parkplatzsituation in Blieskastel ist so für die Betroffenen in der Innenstadt nicht mehr tragbar. Hier besteht Nachbesserungsbedarf“. Am Ende wurde das Parkplatzkonzept von allen Fraktionen gebilligt.