Ein ganzes Jahrhundert erlebt

St. Ingbert. Am heutigen Dienstag feiert Antonia Hauck im St. Ingberter Caritas-Altenzentrum St. Barbara ihren 100. Geburtstag. Am 31. März 1909 wurde sie als Antonia Linz als älteste von fünf Geschwistern in Niederwürzbach geboren. Ihre drei Schwestern und einen Bruder hat sie überlebt. "Ich habe nie daran gedacht, dass ich mal so alt werde

St. Ingbert. Am heutigen Dienstag feiert Antonia Hauck im St. Ingberter Caritas-Altenzentrum St. Barbara ihren 100. Geburtstag. Am 31. März 1909 wurde sie als Antonia Linz als älteste von fünf Geschwistern in Niederwürzbach geboren. Ihre drei Schwestern und einen Bruder hat sie überlebt. "Ich habe nie daran gedacht, dass ich mal so alt werde. Gehofft ja, aber nicht dran geglaubt", sagt Antonia Hauck, die, wenn auch körperlich beeinträchtigt, geistig noch topfit ist. "Ich wollte immer nur das Jahr 2000 erleben. Und das hab ich ja auch geschafft." Die Jubilarin verbrachte fast ihr gesamtes Leben in Niederwürzbach. Dort sang sie auch im Kirchenchor und spielte Theater. Nur im Zweiten Weltkrieg war sie in den Spessart evakuiert. "Daran hängt ihr Herz noch heute", erzählt Sohn Alois Hauck, der sich mit Ehefrau Andrea täglich um die Mutter kümmert. Bis zu ihrer Hochzeit mit Hermann Hauck im Mai 1931 arbeitete sie als Hauswirtschafterin im Knappschaftskrankenhaus in St. Ingbert in der Küche. Vier Söhnen schenkte sie das Leben und brachte sie alleine durch den Zweiten Weltkrieg. Heute sind nur ihre beiden Jüngsten noch am Leben. Mit ihrem Mann baute sie in Niederwürzbach ein Haus. Und nachdem Hermann vor 22 Jahren verstarb, kümmerte sich zunächst der zweitjüngste Sohn um die Mutter. Dann übernahm der Jüngste, Alois Hauck, die Betreuung. Antonia Hauck sieht seit vielen Jahren fast nichts mehr. Vor etwa sechs Jahren fasste sie den Entschluss, in ein Heim zu ziehen. "Sie hat sich zu Hause nicht mehr sicher gefühlt und wollte auch nicht alleine sein. Da haben wir das Haus verkauft und von diesem Geld lebt sie jetzt hier im Barbaraheim", schildert Alois Hauck. Das Barbaraheim kannte Antonia Hauck bereits von der Kurzzeitpflege. Und hier fühlt sie sich wohl. Bis zu ihrem 98. Lebensjahr machte sie auch hier noch alles selbst, bis sie nach einem leichten Schlaganfall den Rollstuhl nicht mehr verlassen konnte. Dennoch beteiligt sich Antonia Hauck am gesellschaftlichen Leben in der Einrichtung, macht bei Bewegungs- und Ratespielen mit. Sie singt gerne und besucht jeden Mittwoch den Gottesdienst und Freitags den Rosenkranz. "Ich weiß noch fast alle Gebete auswendig", ist sie stolz.Ab zehn Uhr heute Morgen wird im Barbaraheim Geburtstag gefeiert. Der Hasseler Kuckuckschor, in dem auch Sohn Alois singt, wird der Jubilarin musikalisch gratulieren und die Bewohner unterhalten. Und danach wird im Gymnastikraum mit den Gratulanten gefeiert.