Ein fröhlicher Abend ganz in Weiß

Ein warmer Sommerabend, viele Menschen ganz in Weiß gekleidet und ein fröhliches Picknick. Das Diner en blanc versetzte Blieskastel für einen Abend in eine Atmosphäre, wie man sie so eher in Südfrankreich erwartet. Die Besucher zeigten sich begeistert von der Idee.

. Die Erfolgsgeschichte des Blieskasteler Diner en blanc konnte auch in diesem Jahr fortgeschrieben werden. Während vergleichbare Veranstaltungen in den Nachbarstädten eher mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen haben, konnte man in Blieskastel in diesem Jahr sogar wieder eine Steigerung feststellen. Der gesamte Bereich rund um den Schlangenbrunnen schien in weiße Farbe getaucht, es sah schon sehr festlich aus.

"Wir sehen einen Erfolgsgarant darin, dass wir den Leuten schon Tische und Stühle in weißen Hussen zur Verfügung stellen. Dann braucht man sich - wenn man das will - nicht auch noch um die weiße Tischfarbe zu kümmern", stellte Rainer Schetting heraus. Der Vorsitzende des Vereins für Stadtmarketing hatte kurz vor 18 Uhr alle Hände voll zu tun, um die vorbestellten Tische zuzuweisen. Und wenn es dann einmal nicht ganz reichte, dann halfen die benachbarten Gastronomen mit Tischen und Stühlen aus. Schetting legt Wert darauf, dass es sich bei dem Diner en blanc um eine absolute Non-Profit-Veranstaltung handelt: "Ich verkaufe hier auch keinen Wein", unterstreicht er den Charakter der Veranstaltung.

Noch kurz vor 18 Uhr also reges Treiben: Da werden noch Kühlboxen angeschleppt und die letzten Kerzenleuchter auf den Tischen aufgestellt. Man trinkt durchaus auch Champagner, wer es ganz stilecht mag, der hat sogar die weiße Edition samt der weißen Gläser einer edlen Champagnersorte mit dabei. Es sind meist Gruppen von vier bis acht Leuten, die sich da zusammengetan haben, um ganz in Weiß vor dem Schlangenbrunnen zu dinieren. Oft sind es "Wiederholungstäter". Zwar nicht bei allen vier Auflagen des Diners mit dabei, aber meistens schon zwei oder drei Mal. "Ich finde das eine ganz tolle Veranstaltung", unterstreicht Udo Schmidt. Das Stadtratsmitglied der Grünen, an diesem Abend ebenfalls ganz in Weiß, ist auch schon zum zweiten Mal mit dabei: "Warum? Na, weil wir gerne essen und trinken und in der Gemeinschaft feiern", so die klare Aussage des Unternehmers aus Webenheim.

Ein unvergleichliches Ambiente

Werner Schwarz ist zum ersten Mal in diesem Jahr dabei. Auch er findet das Ganze "eine tolle Idee". Der Niederwürzbacher weiter: "Bekannte haben uns davon erzählt und dann haben wir uns entschieden, auch mitzumachen". Die letzten Gläser werden gerichtet, dann wird der Crémant entkorkt und man stößt an. Am Nachbartisch ist sogar ein Bürgermeister zu Gast: Stephan Strichertz, parteiloser Bürgermeister von Kleinblittersdorf, wurde von Bekannten zum Blieskasteler Diner eingeladen: "Ich kannte diese Idee, so etwas gab es ja auch schon in Saarbrücken am Schloss. Aber Blieskastel hat natürlich mit diesem Platz ein unvergleichliches Ambiente, wie geschaffen für eine solche Veranstaltung", unterstrich der Verwaltungschef aus Kleinblittersdorf. Nach einer kurzen Ansprache von Rainer Schetting - mit einem Hinweis auf die Saarbrücker Zeitung, wo der Begriff "Kultveranstaltung" gebraucht worden war - gab der Stadtmarketing-Vorsitzende dann sozusagen den Startschuss für das weiße Diner. "Ganz in Weiß, mit einem Blumenstrauß", schmalzte dereinst Roy Black . Und den Strauß mit weißen Gladiolen, den hatte dann Ulla Delle auch als Dekoration vor ihrem Geschäft drapiert. Und Kurt Legrum, Stadtarchivar aus Blieskastel und ebenfalls "weißer Gast", merkte scherzhaft an: "Sogar der Musiker Joschi hat weißes Haar".