Ehemaliger Augenarztes Arno Högel spendete Fachliteratur an die Uni-Augenklinik in Homburg

Großzügige Spende : Hier sind die Bücher gut aufgehoben

Für Dr. Arno Högel war sein Beruf seine Leidenschaft. Der Augenarzt sammelte wertvolle Fachbücher, die er jetzt der Uni-Augenklinik schenkte.

Mit einer kleinen Feier wurde am Montag die großzügige Spende des ehemaligen Augenarztes Arno Högel an die Augenklinik gewürdigt. Der Pensionär trennte sich von einem Großteil seiner in Jahrzehnten angesammelten Fachliteratur. Riesige und kiloschwere Wälzer wie etwa Stephen J. Ryans Retina-Bände oder Kanskis Klinische Ophthalmologie waren darunter.

Genau gezählt hat Högel nicht, aber ein paar Hundert Bücher müssten es gewesen sein. „Die sind zehntausende Euro wert“, frohlockte der Chef der Augenklinik, Professor Berthold Seitz. Högel schilderte seine Beweggründe folgendermaßen: „Ich hab mir gesagt: Wenn ich mal nicht mehr bin, was passiert dann mit den Büchern? Da vermache ich sie lieber mal der Uni. Da kann der ein oder andere, der eine Doktorarbeit schreibt, darauf zurückgreifen.“

Ein paar wenige Fachbücher habe er noch behalten, „da lese ich ab und zu mal drin herum.“ Deshalb werde er auch die gespendeten Bücher nicht vermissen. So etwa zehn Mal sei er mit seinem voll bepackten Audi gekommen und habe die Fachliteratur waschkörbeweise abgeliefert, erzählte Seitz. In seiner Dankesrede nannte der Professor all die Funktionen, die Högel im Berufsleben ausgeübt hatte: Leitender Oberarzt der Augenklinik in Sulzbach, langjähriger Richter im Sozialgericht in Saarbrücken, 24 Jahre lang Vorsitzender des Berufsverbandes der saarländischen Augenärzte, Mitglied im Vorstand der Knappschaftsärzte, Gutachter der Bundesknappschaft für das Sozialamt und die Ärztekammer und Kontaktlinsenobmann.

Außerdem sitze er noch bei jeder Fortbildung im Hörsaal, immer auf demselben Platz. Nebenbei habe er in Blieskastel ein Email-Museum begründet, das vier Jahre lang Bestand hatte. In Sulzbach war Högel allerdings nur kurz in der obersten Position. Warum, erzählte er in einer Anekdote: Ihn hatte nach einer Fortbildung geärgert, dass die Verwaltung kein Kryo-Gerät zum Anfrieren der Netzhaut anschaffen wollte - das hätte zunächst viel Geld gekostet, der Klinik aber eigentlich immensen Gewinn eingebracht. Also verließ Högel die Augenklinik und gründete seine eigene Praxis in Blieskastel. Für Seitz besitzen die älteren Fachbücher nach wie vor eine große Bedeutung: „Wenn man mal alte Krankheitsbilder nachschauen will, dann muss man zu den Büchern gehen, die sind noch nicht im Computer.“ Högel selbst meinte dazu: „Das hat ja alles noch Gültigkeit.“ Auch wenn sich das medizinische Wissen alle fünf Jahre verdoppele - das Alte habe dennoch Bestand. Außerdem seien viele der Fachbücher gar nicht mehr erhältlich. Zur kleinen Feier in der Bibliothek der Augenklinik waren fast alle Assistenzärzte gekommen. Assistenzärztin Isabel Weinstein sprach im Namen ihrer Kollegen, dass sie die Bibliothek gerne nutzten wolle und sich außerordentlich über die Spende gefreut habe. Allzu viel Lob mochte Högel dann aber nicht mehr hören. „Edler Spender, ach nein, das hört sich komisch an.“

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