Durchbruch beim Kirchheimer Hof in Blieskastel

Blieskastel : Durchbruch beim Kirchheimer Hof

Nach langen Diskussionen gibt es eine Lösung im Stadtrat: Hofbesitzer Oliver Schmitt erhält grünes Licht für die Sanierung des Ensembles.

Na also, geht doch: Was lange währt, kann auch kommunalpolitisch einmal gut werden. Nach langen Monaten, gar Jahren des Streits um den Kirchheimer Hof nun die Lösung: Der Stadtrat hat Einvernehmen hergestellt, so dass Hofbesitzer Oliver Schmitt nun grünes Licht für die Sanierung des Gebäudeensembles hat. Vorausgegangen war eine Information im Bauausschuss durch einen Vertreter des Landesdenkmalamtes. Es habe sich daraus ergeben, so Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener, dass man noch einmal das Gespräch mit dem Besitzer suchen wollte. Wie aus einer Pressemitteilung der Verwaltung und einer weiteren Mitteilung der Koalition von CDU und Grünen hervorgeht, habe man nach diesem „Vermittlungsgespräch“ feststellen können, dass der Eigentümer das Herrenhaus denkmalgerecht sanieren und als Wohnhaus nutzen will. In diesem Zuge soll auch die Orangerie saniert und weiterhin als Garten- oder Gewächshaus genutzt werden. „Beides wird sich in der Folge nahtlos in das Gebäudeensemble und in das Landschaftsbild einfügen“, ist Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener überzeugt. Nachdem die vom Besitzer eingeforderten genauen Angaben über seine Baupläne und -absichten vorgelegen hätten, habe auch eine Abstimmung mit Landrat Theophil Gallo und der Unteren Bauaufsicht stattgefunden, „die sich an der Lösung im Verfahren konstruktiv eingebracht haben“, so die Bürgermeisterin. Und weiter: „Ich bin froh, dass wir alle Beteiligten zusammenbekommen haben. Auf Basis der neuen Sachlage können wir gemeinsam nach vorne blicken“, gab sich die Verwaltungschefin zuversichtlich.

Die CDU und die Grünen erwarten von Oliver Schmitt, dass er nun seine Bauvoranfrage zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses zurückzieht. Die Bürgermeisterkandidatin der Grünen, Lisa Becker, zeigte sich erfreut, „das das endlose Hin und Her“ um den Kirchheimer Hof nun ein Ende gefunden habe, Es sei für die Koalition in der Vergangenheit nicht immer einfach gewesen, schließlich habe man vom Eigentümer (und wie die Bürgermeisterin ausführte auch von der Unteren Bauaufsicht) keinerlei Informationen über die geplanten Maßnahmen gehabt. „Im Sinne einer Gleichbehandlung aller Bürgerinnen und Bürger und zur Wahrung eines ordentlichen rechtlichen Verfahrens“ habe man sich zunächst entschlossen, das Einvernehmen zu versagen. Lisa Becker führte auch aus, dass die angestrebten Rechtsverfahren bei den Bürgerinnen und Bürgern nicht immer auf Verständnis gestoßen seien. Aber man habe die Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen getroffen und könne nun sagen: „Die Beharrlichkeit der Koalition und der Verwaltung hat sich ausgezahlt.“

Am Ende gab es von ihr lobende Worte für die Bürgermeisterin und sogar für den vorher stark kritisierten Landrat Theophil Gallo. Guido Freidinger (SPD) sprach von später Einsicht und Erkenntnis der Koalition: „Das hätte man schon drei Monate früher habe können.“ Die SPD wollte bei den letzten Bauvoranfragen von Besitzer Schmitt bezüglich des Herrenhauses und der Orangerie bereits Einvernehmen herstellen. Auch dass man keine Informationen hatte, wie die Bürgermeisterin und Sprecher der Koalitionsfraktionen anmerkten, ließ der SPD-Fraktionsvorsitzende nicht gelten: „Wir stimmen über die gleichen Bauvoranfragen ab wie vor drei Monaten. Die Informationen lagen allen Beteiligten vor“, unterstrich Freidinger. Letztlich sei aber auch bei CDU und Grünen die „pragmatische Vernunft“ eingekehrt. Er kritisierte auch die angefallenen Anwaltskosten, die letztlich der Steuerzahler tragen müsse. Rüdiger Schaly (AfD) stellte heraus, dass er „nach den vielen Tricksereien“ dem Braten immer noch nicht traue. Für Antonio Reda (Die Linke) war es ein „Sieg der Demokratie“, und seine Fraktion sei froh, dass „sich das Blatt gewendet“ habe. Eigentümer Oliver Schmitt zeigte sich mit dem Resultat der Abstimmung sehr zufrieden: „Das Ergebnis ist endlich auch für mich gut, den schwierigen Weg dorthin hätte man schon vor drei Jahren abkürzen können“, so Schmitt auf Befragen unserer Zeitung.